27 April 2026, 02:35

537 Millionen Euro für Apothekendienstleistungen bleiben ungenutzt – warum das Programm scheitert

Blauer Hintergrund mit weißer Schrift und Logo, das besagt: "19 Millionen Amerikaner sparen geschätzt 400 USD pro Jahr bei Arzneimittelkosten."

537 Millionen Euro für Apothekendienstleistungen bleiben ungenutzt – warum das Programm scheitert

537 Millionen Euro für vergütete pharmazeutische Dienstleistungen bleiben ungenutzt

Ein mit 537 Millionen Euro ausgestatteter Fonds für Deutschlands Programm der vergüteten pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) wird bisher kaum in Anspruch genommen. Die Initiative sollte die Patientenversorgung verbessern und Apotheken gleichzeitig neue Einnahmequellen erschließen. Doch viele Apotheken kämpfen damit, diese Leistungen wirtschaftlich tragfähig umzusetzen.

Das pDL-Programm zielte darauf ab, das Angebot der Apotheken zu erweitern – etwa durch Bluthochdruck-Risikobewertungen – und so die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung zu optimieren. Eine Studie von Professorin Kaapke Projekte im Auftrag der Freien Apothekerschaft (FA) zeigt jedoch, dass die meisten Apotheken diese Dienstleistungen finanziell nicht stemmen können. Mehr als die Hälfte macht bei Bluthochdruck-Checks Verluste, nur etwa jede dritte Apotheke arbeitet kostendeckend oder erwirtschaftet Gewinne.

Die Erkenntnisse der FA deuten auf tiefgreifendere Probleme hin: Personalmangel, hoher administrativer Aufwand und beengte räumliche Verhältnisse erschweren die effektive Umsetzung der pDL-Leistungen. Zudem belasten interprofessionelle Spannungen die Einführung. Obwohl die Abrechnung dieser Dienstleistungen zunimmt, bleibt die Nachfrage schwach – das bereitgestellte Geld liegt brach.

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Der Deutsche Apothekerverband (DAV) fordert höhere Vergütungssätze für pDL-Leistungen, um ihre Wirtschaftlichkeit zu sichern. Gesundheitsministerin Nina Warken schlug hingegen vor, die ungenutzten Mittel in die allgemeine Apothekenförderung umzuschichten. Die Studie warnt jedoch, dass ein solcher Schritt die ursprünglichen Ziele des Programms untergraben könnte.

Ohne Kurskorrektur droht das pDL-Programm, seine intendierten Vorteile nicht zu entfalten. Die Politik muss die Vergütung anpassen und operative Hürden abbauen, damit Apotheken diese Leistungen langfristig anbieten können. Die 537 Millionen Euro stehen bereit – doch nur, wenn das System für die Anbieter wirtschaftlich funktioniert.

Quelle