01 April 2026, 00:26

Asylanträge aus sicheren Herkunftsländern in Hessen sinken auf Rekordtief

Eine Gruppe von Menschen hält ein Transparent mit der Aufschrift "Deutschland, Lagerland Migration ist kein Verbrechen" vor einem Gebäude mit Fenstern, umgeben von Gras, einem Metallzaun, Pflanzen, Bäumen und Fahnen auf Stangen, unter einem bewölkten Himmel.

Geringere Anzahl von Flüchtlingen aus sicheren Herkunftsländern - Asylanträge aus sicheren Herkunftsländern in Hessen sinken auf Rekordtief

Asylanträge aus sogenannten sicheren Herkunftsländern in Deutschland gingen seit 2020 kontinuierlich zurück. Der Rückgang verlief jedoch ungleichmäßig, mit gelegentlichen Anstiegen in Zusammenhang mit regionalen Krisen. In Hessen blieben diese Anträge durchgehend auf niedrigem Niveau und machten in den vergangenen drei Jahren nur einen kleinen Teil der Gesamtanträge aus.

Auch die Gesamtzahl der Asylsuchenden in Hessen sank im vergangenen Jahr deutlich – von knapp 15.000 im Vorjahr auf weniger als 8.000.

Aktuell führt Deutschland zehn Staaten als sichere Herkunftsländer: Albanien, Bosnien und Herzegowina, Georgien, Ghana, Kosovo, Nordmazedonien, Montenegro, Moldau, Senegal und Serbien. Die Anträge aus diesen Ländern gingen stark zurück, insbesondere aus dem Westbalkan. Zwischen 2021 und 2022 brachen die Zahlen ein, bevor es 2023–2024 aufgrund wirtschaftlicher Notlagen und Migrationsdrucks in der Region einen leichten Anstieg gab.

In Hessen stammte kein einziger Antrag aus einem sicheren Herkunftsland, der auch nur annähernd ein Prozent der Gesamtanträge ausmachte. Dennoch wirken sich Bearbeitungsverzögerungen auf andere Gruppen aus: Syrer etwa verbringen mittlerweile deutlich mehr Zeit in Erstaufnahmeeinrichtungen – im Schnitt 197 Tage im Jahr 2025, gegenüber nur 66 Tage 2023. Türkische Antragsteller warten noch länger: Ihre Aufenthaltsdauer stieg von 63 Tagen (2023) auf 226 Tage (2025).

Nach deutschem Recht dürfen Asylsuchende Erstaufnahmeeinrichtungen in der Regel nicht länger als 18 Monate bewohnen – außer in Ausnahmefällen. Doch durch verlängerte Bearbeitungszeiten überschreiten manche Aufenthalte diese Grenze deutlich.

Der Rückgang der Anträge aus sicheren Herkunftsländern spiegelt allgemeine Trends in der deutschen Asylpolitik wider. Gleichzeitig führen Bearbeitungsverzögerungen zu längeren Wartezeiten für andere Nationalitäten, vor allem für Syrer und Türken. Während sich die Gesamtzahlen in Hessen innerhalb eines Jahres fast halbierten, passt sich das System weiterhin an die sich wandelnden Migrationsströme an.

AKTUALISIERUNG

New legislation formalises safe country list, accelerating asylum declines

Recent policy changes have solidified Germany's safe country framework, directly influencing asylum trends in Hessen. Key developments include:

  • December 2025: Bundesrat approved legal authority to designate safe countries via ordinance
  • 23 January 2026: Cabinet formally classified 10 nations as 'safe' under Chancellor Merz
  • 1 February 2026: New law entered force, streamlining procedures for these countries This legislative cascade explains the sharp drop in applications from safe countries, while also tightening rules on appeal timelines and residence obligations.