29 June 2026, 18:59

Bachmann-Preis 2024: Mutige Texte und eine Preisträgerin, die polarisiert

In Frontal Opposition zu Allem

Bachmann-Preis 2024: Mutige Texte und eine Preisträgerin, die polarisiert

Bachmann-Preis 2024: Starke Auftritte, mutige Themen und eine Preisträgerin, die das Publikum überzeugt

In diesem Jahr glänzte der Bachmann-Preis mit überzeugenden Leistungen und kühnen Themen. Vierzehn Nominierte traten an – unter ihnen keine echten Newcomer. Die Qualität der Texte überstieg die des Vorjahres und beeindruckte die siebenköpfige, rein weibliche Jury.

Besondere Aufmerksamkeit erregte Slata Roschal, die sich nach ihrer Lesung weigerte, der Jury gegenüberzutreten. Sie kritisierte scharf den Umgang der Literaturszene mit Autor:innen und löste damit lebhafte Diskussionen unter den Anwesenden aus.

Die diesjährige Preisträgerin Schaette sicherte sich nicht nur das Hauptpreisgeld von 30.000 Euro, sondern auch den Publikumspreis. Ihr Text Was wir tragen setzte sich mit der lebenslangen Diskriminierung von dicken Menschen auseinander. Die Jury lobte den innovativen Ansatz und die kraftvolle Sprache.

Magdalena Schrefel erhielt den 3sat-Preis für Kirschen, Herz in der Schlinge, eine Reflexion über ihre Brustkrebsdiagnose und die Schwierigkeit, offen darüber zu sprechen. Kinga Tóth wurde mit dem KELAG-Preis für ihren ungarischsprachigen Text ausgezeichnet, der die alltäglichen Demütigungen eines „Ostblock-Mädchens“ schildert.

Ozan Zakariya Keskinkılıç gewann den Deutschlandfunk-Preis für Vater ohne Sohn, die Geschichte eines schwulen Vaters, zerrissen zwischen seinem Sohn und seinem Geliebten – eine Erzählung, die Sinnlichkeit und Zurückhaltung vereint. Viele Texte griffen wiederkehrende Motive wie „Flecken“ oder „blinde Flecken“ auf, die auf prekäre Lebensumstände verweisen.

Die Jury, in diesem Jahr ausschließlich mit Frauen besetzt, hob die herausragenden Sätze und frischen Ideen der meisten Einsendungen hervor. Nur wenige Beiträge fielen durch, was das hohe Niveau des Wettbewerbs unterstrich.

Die Preise wurden in mehreren Kategorien vergeben und würdigten vielfältige, fesselnde Erzählungen. Die Veranstaltung zeigte die Tiefe der zeitgenössischen Literatur – mit Themen von persönlichen Kämpfen bis hin zu gesellschaftlicher Kritik. Alle Gewinner:innen erhielten für ihre Arbeit sowohl Anerkennung als auch finanzielle Förderung.

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