12 March 2026, 04:54

Berlins Buchstabenmuseum vor dem Aus: 3.500 Neonlettern suchen ein neues Zuhause

Eine alte Postkarte mit verschiedenen Bildern von Berlin, darunter Gebäude, Bäume und eine Statue, sowie einigen handgeschriebenen Text.

Berlins Buchstabenmuseum vor dem Aus: 3.500 Neonlettern suchen ein neues Zuhause

Berlins Buchstabenmuseum mit 3.500 Neonlettern und -schildern soll bis Jahresende schließen

Die Entscheidung fällt nach Jahren finanzieller Belastungen, darunter ein drastischer Rückgang der Besucherzahlen seit der Pandemie und stark gestiegene Energiekosten. Gründerin Barbara Dechant und ihr Team suchen nun nach Wegen, um das kulturelle Erbe der Sammlung zu bewahren.

Die Ausstellung des Museums nimmt einen einzigartigen Platz in der deutschen Geschichte ein – insbesondere mit Exponaten aus der DDR-Zeit. Zu den ikonischsten Stücken zählt das Neon-Schild Zierfisch, das über 40 Jahre lang die Fassade eines lebkuchenfarbenen Hochhauses am Frankfurter Tor in Friedrichshain erleuchtete. Anfang der 1980er Jahre entstanden, wurde das Schild zu einer Landmarke, bevor es um 1999 demontiert und durch eine Replik ersetzt wurde. Das Original lagert heute im Archiv des Museums, zusammen mit anderen Relikten des ostdeutschen Designs und Stadtlebens.

In den letzten Jahren kämpfte das Museum mit existenzbedrohenden Problemen: Die Besucherzahlen halbierten sich seit COVID-19, während explodierende Energiekosten die Lage weiter verschärften. Trotz der Bemühungen Dechants und eines 120 Mitglieder zählenden Vereins reichen die Mittel nicht mehr aus, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Die aktuellen Räumlichkeiten bleiben zwar bis Dezember genutzt, doch ein neuer Standort steht noch nicht fest.

Dechant und ihr Team loten derzeit Möglichkeiten aus, um die Schriftzüge zu retten. Sie suchen nach Lagerflächen und Kooperationen mit Institutionen, die die Sammlung – ganz oder teilweise – aufnehmen könnten. Ihr Ziel ist eine Lösung, die die Exponate erhält und gleichzeitig der Öffentlichkeit zugänglich bleibt, damit dieses Stück Berliner Vergangenheit nicht verloren geht.

Die Schließung markiert das Ende einer Ära für ein Museum, das Jahrzehnte deutscher visueller Kultur bewahrt hat. Ohne festen Standort hängt die Zukunft der 3.500 Neonobjekte – darunter der berühmte Zierfisch – nun davon ab, ein geeignetes Depot oder einen Partner zu finden. Die Suche läuft, doch die Zeit wird knapp, bevor der aktuelle Standort endgültig seine Türen schließt.

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