19 June 2026, 10:20

BGH verhandelt über Transparenz der Schufa-Scores – ein Präzedenzfall für Datenschutz

Schufa vor Gericht: Ein veralteter Streit - Mit Konsequenzen für die Zukunft der KI

BGH verhandelt über Transparenz der Schufa-Scores – ein Präzedenzfall für Datenschutz

Ein Rechtsstreit über die Transparenz von Bonitätsbewertungsalgorithmen hat nun den Bundesgerichtshof erreicht. Fünf Kläger haben gegen die Schufa geklagt und argumentieren, dass die aktuellen Angaben des Unternehmens zur Berechnung der Schufa-Scores den Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) nicht genügen. Das Gericht muss nun entscheiden, wie detailliert die Datenoffenlegung für Verbraucher sein muss.

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Im Mittelpunkt des Verfahrens steht die Frage, wie viel Einblick Verbraucher in algorithmische Entscheidungen erhalten sollten, die ihre Kreditwürdigkeit beeinflussen. Die Schufa betont, dass ihre bisherigen Transparenzmaßnahmen bereits den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Die Kläger fordern hingegen umfassendere Erklärungen zur Logik hinter dem Bewertungssystem.

Im März 2023 führte die Schufa ein neues Scoring-Modell ein, das auf einer standardisierten Skala von 100 bis 999 basiert und zwölf klar definierte Kriterien berücksichtigt. Das Unternehmen behauptet, dieses aktualisierte System erfülle bereits künftige Transparenzanforderungen, da es jeden Faktor und dessen Gewichtung offengelegt. Zudem kündigte die Schufa an, das ältere, komplexere Modell bis Ende 2028 schrittweise abzuschaffen.

Die Entscheidung des Gerichts wird prägend dafür sein, wie datenbasierte Bewertungen künftig reguliert werden. Ab November 2026 gelten neue Vorschriften für „materielle Scoring-Systeme“, die möglicherweise die Pflichten bei automatisierten Entscheidungsprozessen im Rahmen der DSGVO neu definieren.

Das Urteil wird zeigen, ob die Offenlegungen der Schufa den DSGVO-Transparenzregeln gerecht werden. Zudem könnte es einen Präzedenzfall dafür schaffen, wie Unternehmen algorithmische Entscheidungen gegenüber Verbrauchern erklären müssen. Die Auswirkungen könnten sich auf die Datenschutzpraktiken in gesamten Branchen erstrecken, die auf automatisierte Bewertungssysteme setzen.

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