Borchardt will Apotheken mit Reformen vor dem Kollaps retten
Die Debatte über die Finanzierung von Apotheken hat an Fahrt aufgenommen, nachdem die CDU-Politikerin Simone Borchardt entscheidende Reformen vorantreibt. Im Mittelpunkt der Diskussionen steht die Festbetragsregelung, die seit 2013 bei 8,35 Euro pro Packung eingefroren blieb – trotz steigender Kosten. Im März protestierten Apotheker bundesweit und forderten die Regierung auf, ihr Versprechen einzulösen, den Betrag auf 9,50 Euro anzuheben und ihn künftig inflationsbereinigt anzupassen.
Borchardt betont, dass Apotheker keine finanziellen Risiken tragen sollten, die mit der Null-Retaxationspolitik verbunden sind. Zudem will sie die weitere Ausweitung von Drogeriemarktketten, die Medikamente verkaufen, verhindern und verhindern, dass Versandapotheken oder ausländische Online-Anbieter an Einfluss gewinnen. Ein weiteres zentrales Anliegen ist die volle Lese- und Schreibzugriffsberechtigung für Apotheker auf die elektronische Patientenakte (ePA), um die Digitalisierung voranzutreiben.
Der Festbetrag selbst bleibt ein zentraler Streitpunkt. Zwar sah der Koalitionsvertrag eine Erhöhung von 8,35 auf 9,50 Euro vor, doch die Umsetzung stockt. Apotheker argumentieren, dass sich die Kosten seit 2013 um 65 Prozent erhöht hätten und ihre Existenz bedrohten – besonders angesichts der wachsenden Nachfrage durch die alternde Bevölkerung. Der GKV-Spitzenverband entgegnet, die Gesamtvergütung für Apotheken sei von 2013 bis 2024 um 26 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro gestiegen. Borchardt besteht jedoch darauf, dass der Festbetrag klar definiert und dynamisch an die Inflation angepasst werden müsse.
Weitere ungelöste Fragen betreffen Rabatte auf Medikamente und die mangelnde Vertretung von Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA). Borchardt räumt ein, dass noch keine konkreten Gesetzesänderungen ausgearbeitet wurden, und rechnet mit Verhandlungen mit den Koalitionspartnern in der kommenden Woche.
Im nun anstehenden parlamentarischen Prozess geht es darum, die Vorschläge weiter auszuarbeiten. Borchardt unterstreicht die Dringlichkeit, die Unterfinanzierung zu beheben. Sollten die Pläne vorankommen, könnten Apotheken mit angepassten Gebühren und stärkerem Schutz vor finanzieller Belastung rechnen. Die Ergebnisse werden auch prägen, wie digitale Systeme und der Medikamentenverkauf künftig reguliert werden.






