Braunschweigs Einzelhändler kämpfen gegen Baustellen-Folgen und leere Kassen der Stadt
Ottilie KreinBraunschweigs Einzelhändler kämpfen gegen Baustellen-Folgen und leere Kassen der Stadt
Einzelhändler in Braunschweig leiden unter anhaltenden Baustellen
Lokale Unternehmen in Braunschweig kämpfen mit den Folgen langwieriger Bauarbeiten am Hagenmarkt, am Bültenweg und in der Helmstedter Straße. Durch die Projekte hat sich der Kundenverkehr verringert, Parkplätze und Zufahrtswege fallen weg – für die Händler vor Ort bedeutet das finanzielle Einbußen.
In einer jüngsten Sitzung des Stadtrats brachten die BIBS-Gruppe und Robert Glogowski einen Antrag ein, um den Baustellenfonds wieder einzuführen. Sie argumentierten, dass die Untätigkeit der Stadt die ohnehin schon unter Druck stehenden Betriebe zusätzlich belaste. Zwar existiert der Fonds, doch aktuell sind keine Mittel vorgesehen – die knappen Haushaltslagen der Stadt und Zweifel einiger Ratsmitglieder an seiner Wirksamkeit blockieren die Freigabe.
Kurzfristig einigten sich SPD, CDU und die Grünen auf einen gemeinsamen Änderungsantrag, der den ursprünglichen Vorschlag ersetzte. Die neue Vorlage setzt auf langfristige Lösungen statt auf Soforthilfen. Gefordert wird eine Prüfung, wie die Stadt Betroffene künftig besser unterstützen kann – etwa durch Lehren aus vergangenen Großbaustellen.
Bianca Braunschweig von den Grünen betonte, wie wichtig der Ausbau der Infrastruktur sei, um Unternehmen nachhaltig zu stärken. Maximilian Pohler (CDU) räumte zwar ein, dass das „Bauchaos“ ein Problem darstelle, kritisierte jedoch, Glogowskis Antrag gehe nicht weit genug. Robert Glogowski hingegen bestand darauf, dass die Wiedereinführung des Fonds dringend nötig sei, um jetzt Entlastung zu schaffen.
Die Ergebnisse der Prüfung sollen vor den Haushaltsberatungen für 2027/2028 in den zuständigen Ausschüssen vorgestellt werden. Dort wird dann über das weitere Vorgehen entschieden – auch darüber, ob überhaupt Mittel bewilligt werden. Die Weichenstellung wird zeigen, wie die Stadt künftig mit den Folgen von Baustellen für die Wirtschaft umgeht.
