Bremen: Unklarheiten um Staatsrats-Entlassungen und gelöschte Daten
Ein Untersuchungsausschuss des Bremer Landtags prüft derzeit die Entlassung von Staatsräten und die damit verbundenen Regelungen. Die Ermittlungen begannen im November 2025, nachdem Bedenken hinsichtlich Transparenz und finanzieller Vereinbarungen aufkamen. Verdachtsmomente auf Fehlverhalten verdichteten sich, nachdem wichtige Kommunikationsdaten gelöscht worden waren.
Am Dienstag trat der Ausschuss erneut zusammen, um aktuelle Fälle intransparenter Entlassungsverfahren zu untersuchen. Im März 2022 war die Staatsrätin Regine Komoss, zuständig für das Bildungsressort, bereits nach nur einem Monat im Amt in den vorzeitigen Ruhestand versetzt worden. Mitarbeiter der Finanzbehörde hatten Bedenken gegen die Zusage einer Versetzungsgarantie geäußert und ihre Einwände offiziell dokumentiert.
Aus einem Signal-Chat zwischen Irene Strebl und Jan Fries, beide Staatsräte im Umweltressort, wurden fünf Nachrichten gelöscht. Zudem reichte Tobias Hentze, Geschäftsführer der CDU-Fraktion, bei der Staatsanwaltschaft einen anonymen Hinweis auf gelöschte E-Mails ein, die mit dem Vorgang in Verbindung stehen. Der Ausschuss hat das Recht, alle relevanten Unterlagen einzusehen – doch der Senat kam dieser Pflicht in mindestens einem Fall nicht nach.
Politische Beamte in Deutschland können zwar jederzeit ohne Angabe von Gründen entlassen werden, erhalten jedoch oft großzügige Abfindungsregelungen für den vorzeitigen Ruhestand. Die Opposition wirft der Regierung vor, „goldene Händedrücke“ an ausscheidende Staatsräte zu verteilen.
Die Löschung der Nachrichten beweist zwar kein Fehlverhalten, hat jedoch die Zweifel der Opposition weiter geschürt. Der Ausschuss fordert weiterhin die vollständige Herausgabe aller Dokumente, um die Entlassungen aufzuklären. Seine Ergebnisse werden zeigen, ob in diesen Fällen gegen Vorschriften verstoßen wurde.






