22 March 2026, 10:33

Bundesnetzagentur schafft Netzentgelt-Zahlungen für dezentrale Kraftwerke schrittweise ab

Eine Liniengrafik, die den durchschnittlichen Kosten pro Kilowattstunde elektrischer Energie im Bundesland im Jahr 2022 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Bundesnetzagentur schafft Netzentgelt-Zahlungen für dezentrale Kraftwerke schrittweise ab

Die deutsche Bundesnetzagentur hat Pläne bekannt gegeben, die Zahlungen für vermiedene Netzentgelte an Betreiber dezentraler Kraftwerke schrittweise abzuschaffen. Die Maßnahme betrifft nicht-fluktuierende Erzeugungsanlagen, die vor dem 1. Januar 2023 in Betrieb genommen wurden, und verlagert die finanziellen Lasten schrittweise auf deren Betreiber.

Ein wichtiger Branchenkongress in Frankfurt wird sich in Kürze mit den Änderungen befassen, während die Debatte über deren Auswirkungen auf die Energiekosten und die Investitionssicherheit an Fahrt gewinnt.

Die Abschaffung beginnt am 1. Januar 2026, wobei die Entschädigungen jährlich um 25 Prozent reduziert werden, bis sie 2029 vollständig entfallen. Betreiber dezentraler Anlagen wie Solar- und Biomassekraftwerke müssen dadurch mit höheren Kosten rechnen.

Die Marktpreise für Solarstrom in Deutschland haben in den letzten Jahren bereits starke Schwankungen erlebt. Nach dem Wegfall der Netzzuschläge für fluktuierende Erzeugung im Jahr 2020 stiegen die Preise von 2,458 Ct/kWh (2020) auf 22,306 Ct/kWh (2022), bevor sie wieder kontinuierlich sanken – auf voraussichtlich 4,508 Ct/kWh im Jahr 2025. Auch die Einspeisevergütungen für geförderte Solaranlagen folgten diesem Trend und liegen in diesem Jahr bei etwa 3,793 Ct/kWh.

Die Energiewirtschaft lehnt die Pläne entschieden ab. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) argumentiert, die Kürzung der vermiedenen Netzentgelte untergrabe vergangene Investitionen und schaffe Planungsunsicherheit für die Zukunft. Verbraucherverbände hingegen begrüßen den schrittweisen Ausstieg, einige fordern sogar eine schnellere Umsetzung – idealerweise bereits bis 2026.

Haushalte und Unternehmen könnten durch die Reform ab ihrem vollständigen Inkrafttreten jährlich rund 1,5 Milliarden Euro sparen. Die anstehende Battery Business & Development Conference am 16. Juli in Frankfurt wird die Folgen analysieren, mit Fokus auf Netzanbindung, Finanzierung und regulatorische Entwicklungen in Deutschland und Italien.

Die Abschaffung der vermiedenen Netzentgelte verlagert die Kosten auf die Betreiber dezentraler Anlagen, während Verbraucher entlastet werden. Angesichts der ohnehin schon instabilen Solarstrompreise erhöht der politische Kurswechsel den Druck auf die Branche weiter.

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Führende Vertreter der Wirtschaft warnen weiterhin vor Risiken für die Investitionssicherheit, während die Politik versucht, Kosteneinsparungen mit langfristiger Energiestabilität in Einklang zu bringen.

Quelle