16 March 2026, 18:42

Bundesregierung plant Verbot von Online-Rezepten für medizinisches Cannabis

Ein Plakat mit dem Text "$3,613,969,972 jährlich durch die Durchsetzung von Marihuanagesetzen verschwendet" und einem Bild eines Müllimers, der mit Geldscheinen überquillt.

Bundesregierung plant Verbot von Online-Rezepten für medizinisches Cannabis

Die deutsche Bundesregierung arbeitet an einem Gesetzesentwurf, der Online-Rezepte und den Versandhandel mit medizinischem Cannabis verbieten soll. Der Vorstoß erfolgt im Rahmen von Bestrebungen der Behörden, die Abgabe stärker zu kontrollieren. Offizielle Stellen betonen, dass eine persönliche ärztliche Betreuung notwendig sei, um Missbrauch zu verhindern und die Patientensicherheit zu gewährleisten.

Professor Dr. Hendrik Streeck, der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, macht deutlich, dass es in der Debatte vor allem um die ärztliche Verantwortung gehe – und nicht um eine Legalisierung. Zwar erkennt er Cannabis als sinnvolle Option in der Schmerztherapie an, besteht jedoch auf strukturierte Behandlungspläne und regelmäßige Nachsorge. Seine Haltung spiegelt Bedenken hinsichtlich des Abhängigkeitsrisikos wider, das persönliche Konsultationen erfordere, bevor Telemedizin-Rezepte ausgestellt werden könnten.

Aktuell sind über 100.000 Patientinnen und Patienten auf medizinisches Cannabis angewiesen, viele von ihnen berichten über eine verbesserte Lebensqualität innerhalb von sechs Monaten. Allein im Jahr 2021 wurden rund 372.000 Rezepte ausgestellt, detaillierte regionale oder arztspezifische Daten liegen jedoch nicht vor. Der Vorstoß der Regierung zu strengeren Regeln steht im Einklang mit weiteren Sparmaßnahmen, die eine größere Verantwortung im Gesundheitswesen einfordern.

Das Pharmaunternehmen Stada hat sich öffentlich für das Verbot von Cannabis-Versandhandel ausgesprochen. Der Gesetzesentwurf zielt darauf ab, Therapieentscheidungen fest in die Hände der Ärztinnen und Ärzte zu legen, um eine individuell angepasste Behandlung zu gewährleisten. Gleichzeitig setzt sich Streeck für regulierte Modelle zum Freizeitkonsum von Cannabis ein, die Schadensminimierung mit kontrolliertem Zugang verbinden.

Bei geschätzten fünf Millionen erwachsenen Cannabiskonsumenten in Deutschland stehen die Behörden unter Druck, klare und transparente Regelungen zu schaffen. Die geplanten Einschränkungen sollen Missbrauch eindämmen, ohne den medizinisch berechtigten Zugang zu erschweren.

Der neue Gesetzesentwurf würde Patientinnen und Patienten verpflichten, vor der Ausstellung eines Cannabis-Rezepts persönlich bei einer Ärztin oder einem Arzt vorstellig zu werden. Diese Änderung soll Missbrauch verringern und die medizinische Überwachung stärken. Falls verabschiedet, werden die neuen Regeln die Verschreibung und Verteilung von Cannabis im gesamten Land grundlegend verändern.

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