30 June 2026, 00:22

Deutsche Industrie flieht ins Ausland: Jobs und Forschung wandern ab

Bis zu 100.000 Jobs in Gefahr: Wohin die deutsche Industrie immer mehr wandert

Deutsche Industrie flieht ins Ausland: Jobs und Forschung wandern ab

Deutsche Industrie steht vor massiven Herausforderungen: Lieferkettenprobleme und hohe Kosten treiben Unternehmen ins Ausland

Die deutsche Industrie kämpft mit erheblichen Problemen, da Lieferkettenstörungen und hohe Kosten Unternehmen dazu zwingen, Produktion und Forschung ins Ausland zu verlagern. Der Arbeitsplatzabbau hat sich beschleunigt – allein im ersten Quartal 2026 wurden 127.300 Stellen gestrichen. Immer mehr Betriebe setzen auf lokale Fertigung in ausländischen Märkten, um Risiken zu minimieren und Ausgaben zu senken.

Die Fragilität der Lieferketten ist mittlerweile das drängendste betriebliche Problem für Unternehmen und treibt viele zu einer „Local-for-Local“-Strategie. Steigende Zölle und Handelsbarrieren verstärken diesen Trend, während der Fachkräftemangel aufgrund zurückhaltender Einstellungen in Deutschland eine untergeordnete Rolle spielt. Hohe Lohnkosten – 22 Prozent über dem EU-Durchschnitt und mehr als doppelt so hoch wie in Asien oder Osteuropa* – beschleunigen die Abwanderung zusätzlich.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Deutsche Konzerne verlagern Produktion und Forschung nach Indien, China und Nordamerika Bis 2030 plant fast jedes befragte Industrieunternehmen, seine Präsenz in Indien auszubauen – mit einem Ziel von vier Prozent Umsatzwachstum im Schnitt. Allerdings werden durch Automatisierung und KI kaum neue Arbeitsplätze entstehen. Viele Unternehmen entwickeln zudem gezielt neue Produkte in China und verlegen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in globale Zentren.

Der Chemiekonzern Evonik hat angekündigt, 3.200 weitere Stellen abzubauen, vor allem in Deutschland. Seit 2024 wurden bereits 2.800 Verwaltungsstellen gestrichen. Insgesamt hat die deutsche Industrie seit 2019 341.500 Jobs verloren. Nur 16 Prozent der Unternehmen planen noch, ihren Personalbestand im Inland auszubauen. Rund 40 Prozent der Investitionsbudgets bis 2030 fließen zwar weiterhin nach Deutschland – allerdings vor allem in die Instandhaltung bestehender Standorte und Automatisierung, nicht in neue Kapazitäten.

Verlagerung von Produktion und Forschung wird sich fortsetzen Die Unternehmen suchen weiterhin nach niedrigeren Kosten und größerer Stabilität. In Deutschland werden kaum neue Arbeitsplätze entstehen; Wachstum und Einstellungen konzentrieren sich auf internationale Märkte. Automatisierung und KI werden die Jobschöpfung zusätzlich begrenzen – selbst wenn die Unternehmen ihre globale Präsenz ausbauen.

Quelle