29 April 2026, 05:30

Deutsches Theater feiert epische Comebacks mit siebenstündigen Mammutaufführungen

Offenes Buch mit dem Titel "The Theatre: A Monthly Review of the Drama, Music, and the Fine Arts" mit einem Textblatt und einem Logo.

Deutsches Theater feiert epische Comebacks mit siebenstündigen Mammutaufführungen

Deutsches Theater und die Tradition der Mammutaufführungen

Das deutsche Theater ist seit den 1970er-Jahren für seine marathonglangen Aufführungen bekannt. Zwar verschob die Pandemie die Trends vorübergehend hin zu kürzeren, pausenlosen Stücken, doch nun erleben episch lange Inszenierungen ein kräftiges Comeback. Beim diesjährigen Berliner Theatertreffen, einem der renommiertesten Festivals Deutschlands, steht eine siebenstündige Fassung von Wallenstein auf dem Programm – inklusive bewirteter Pausen für das Publikum.

Die Tradition der ausufernden Theaterabende geht auf das Aufkommen des Regietheaters in den 1970er- und 1980er-Jahren zurück. Robert Wilsons Einstein on the Beach, 1976 uraufgeführt, dauerte vier bis fünf Stunden – ganz ohne klassische Handlung. Ende der 1990er-Jahre trieb Luk Perceval mit Schlachten bei den Salzburger Festspielen 1999 die Grenzen weiter: Die Inszenierung erstreckte sich über volle zwölf Stunden.

Die Pandemie unterbrach diesen Trend vorübergehend. Die Theater passten sich den Beschränkungen an und setzten vor allem auf kürzere, durchgehende Stücke. Doch nun kehrt die Vorliebe für monumentale Produktionen mit voller Wucht zurück: Die Münchner Kammerspiele zeigen beim diesjährigen Berliner Theatertreffen Wallenstein: Ein Festmahl des Krieges in sieben Gängen – sieben Stunden Spielzeit, unterbrochen von drei bewirteten Pausen. Die Berliner Volksbühne bringt zudem Peer Gynt zurück auf die Bühne, dessen erster Teil in früheren Inszenierungen allein acht Stunden dauerte. Und das Schauspielhaus Bochum präsentierte 2023 Die Brüder Karamasow in einer weiteren siebenstündigen Fassung.

Das Berliner Theatertreffen selbst steht exemplarisch für diese Tradition. Jährlich werden zehn herausragende Produktionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz eingeladen – oft sind es mutige, ausgedehnte Werke. Trotz der Beliebtheit dieser Theater-Marathons erfasst der Deutsche Bühnenverein ihre Häufigkeit oder Dauer jedoch nicht offiziell.

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Langformate bleiben ein prägendes Merkmal der deutschen Bühnen – von historischen Inszenierungen bis zu den diesjährigen Festivalhighlights. Das Publikum beim Berliner Theatertreffen darf sich auf immersive, ganztägige Erlebnisse freuen, bei denen Verpflegung und Pausen fest im Programm verankert sind. Der Trend zeigt keine Ermüdungserscheinungen: Die Theater setzen weiterhin auf ambitionierte, zeitlich ausgreifende Werke.

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