Deutschland droht im digitalen Wettbewerb den Anschluss zu verlieren – KfW-Studie warnt vor Folgen
Ottilie KreinDeutschland droht im digitalen Wettbewerb den Anschluss zu verlieren – KfW-Studie warnt vor Folgen
Deutschland hängt im internationalen Vergleich bei der digitalen Transformation hinter anderen führenden Volkswirtschaften zurück – das zeigt eine aktuelle Studie der KfW. Der Bericht weist auf Defizite bei Investitionen, Forschungsergebnissen und Handel hin und warnt vor langfristigen wirtschaftlichen Folgen, sollte sich dieser Trend fortsetzen.
Laut der KfW-Studie liegen Deutschlands jährliche IT-Ausgaben deutlich unter denen konkurrierender Länder. Um mit den fortschrittlichsten Wirtschaftsnationen gleichzuziehen, müsste das Land seine aktuellen Investitionen von etwa 1,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) auf jährlich zwischen 140 und 180 Milliarden Euro steigern. Ohne diese Aufstockung wächst die Gefahr eines wirtschaftlichen Rückgangs.
Auch bei der Forschungsleistung gibt es erhebliche Rückstände: China veröffentlicht fast sechsmal so viele wissenschaftliche Arbeiten zu digitalen Technologien wie Deutschland, die USA bringen es auf das Vierfache. Ähnlich sieht es bei Patentanmeldungen aus: Japan und die USA melden jeweils fast dreimal so viele Patente im Bereich der digitalen Transformation an wie deutsche Unternehmen.
Trotz dieser Schwächen verfügt Deutschland in bestimmten Bereichen über Stärken. Seine Forschung im Bereich der künstlichen Intelligenz genießt weltweit hohes Ansehen, und in den Feldern Robotik und autonomes Fahren gehört das Land zur Spitze. Doch die Handelsbilanz zeigt ein Ungleichgewicht: Deutschland importiert mehr digital basierte Güter, als es exportiert.
Die KfW hat Unternehmen aufgefordert, ihre IT-Investitionen auf mindestens 1,4 Prozent des BIP zu erhöhen – ein Ziel, das für 2023 gesetzt wurde. Bisher liegen jedoch keine Daten vor, wie viele Betriebe konkrete Pläne zur Erreichung dieser Vorgabe vorgelegt haben.
Die Studie unterstreicht die gemischte Bilanz Deutschlands beim digitalen Fortschritt. Zwar führen einzelne Sektoren global, doch breitere Investitions- und Innovationslücken gefährden die Wettbewerbsfähigkeit. Ohne deutliche Kurskorrekturen droht dem Land, im digitalen Wirtschaftswettbewerb weiter zurückzufallen.






