Deutschlands Nutztierbestände schrumpfen seit Jahren – doch es gibt überraschende Ausnahmen
Betty BruderDeutschlands Nutztierbestände schrumpfen seit Jahren – doch es gibt überraschende Ausnahmen
Deutschlands Nutztierbestände haben in den vergangenen zehn Jahren deutliche Veränderungen durchlaufen. Die Rinder- und Schweinebestände sind seit 2016 spürbar zurückgegangen, auch wenn aktuelle Zahlen in einigen Bereichen leichte Zunahmen zeigen. Die neuesten Daten von Anfang Mai geben ein klareres Bild dieser Entwicklungen.
Anfang Mai zählte Deutschland insgesamt rund 10,4 Millionen Rinder – ein leichtes Plus von 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Doch im Verlauf des letzten Jahrzehnts ist der Gesamtbestand um 17,6 Prozent geschrumpft, was einem Rückgang um 2,2 Millionen Tiere entspricht. Die Zahl der Milchkühe liegt derzeit bei 3,6 Millionen, ein Anstieg von 0,3 Prozent gegenüber Mai 2023. Allerdings ist ihre Anzahl in zehn Jahren um 16,0 Prozent gesunken, was einem Verlust von 683.300 Tieren entspricht.
Auch im Schweinesektor gab es erhebliche Veränderungen. Der Gesamtbestand belief sich Anfang Mai auf 21,0 Millionen Schweine, ein Zuwachs von 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Seit 2016 jedoch ist die Schweinepopulation um 22,5 Prozent zurückgegangen – das entspricht 6,1 Millionen weniger Tieren. Noch deutlicher ist der Rückgang der Schweinebetriebe: Ihre Zahl sank im selben Zeitraum um 40 Prozent, wobei 9.800 weniger Höfe in Betrieb sind. Anfang Mai gab es noch 14.700 Schweinehalter, 3,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig ist die durchschnittliche Betriebsgröße gewachsen: 2023 hielt ein Betrieb im Schnitt 1.400 Schweine, 2016 waren es noch 1.100.
Die Daten zeigen einen langfristigen Rückgang sowohl bei Rindern als auch bei Schweinen in Deutschland. Trotz kleinerer Zuwächse in einigen Kategorien deutet der allgemeine Trend auf weniger Betriebe und kleinere Bestände hin. Diese Entwicklungen spiegeln die anhaltenden Veränderungen in der deutschen Landwirtschaft wider.
