Dieter Nuhr löst mit Femizid-Äußerungen bundesweite Empörung aus
Der Komiker Dieter Nuhr steht wegen Äußerungen über Femizide bei einem aktuellen Auftritt in der Kritik. Seine Bemerkungen zu häuslicher Gewalt durch Partner und statistischen Zahlen haben bei Publikum und Kritikern gleichermaßen Empörung ausgelöst.
2024 wurden in Deutschland 328 Mädchen und Frauen getötet. Fast 80 Prozent der Opfer von Partnerschaftsgewalt im Land sind weiblich. Nuhr griff diese Zahlen in seinem Programm auf und setzte sich dabei besonders mit dem Begriff „strukturell“ sowie der Idee einer kollektiven Schuld auseinander.
Er argumentierte, die Wahrscheinlichkeit, in einer Beziehung auf einen Femizid-Täter zu treffen, sei äußerst gering. Zudem schlug Nuhr vor, einen Partner vor einer intimen Beziehung besser kennenzulernen, um die Sicherheit zu erhöhen. Kritiker warfen ihm daraufhin vor, damit indirekt Frauen eine Mitschuld an möglicher Gewalt zuzuschreiben.
Später verteidigte Nuhr seine Position auf Facebook. Er bestritt, jemals Witze über Femizide gemacht zu haben, und betonte, das Thema nicht verharmlost zu haben. Zudem behauptete er, Männer gegen seiner Meinung nach überzogene pauschale Verunglimpfung in der Medienberichterstattung in Schutz nehmen zu wollen.
Die Debatte zeigt, wie unterschiedlich über Gewalt gegen Frauen diskutiert wird. Nuhrs Aussagen und deren Deutung haben die Diskussionen über Verantwortung und Prävention weiter angeheizt. Die Statistiken zu Femiziden und Partnerschaftsgewalt bleiben ein zentraler Streitpunkt in Deutschland.
