Dokumentarfilm "Das deutsche Volk" enthüllt Versagen nach Hanau-Anschlag 2020
Klaus TrommlerWird Rassismus immer noch nicht ernst genommen? - Dokumentarfilm "Das deutsche Volk" enthüllt Versagen nach Hanau-Anschlag 2020
Ein neuer Dokumentarfilm mit dem Titel *"Das deutsche Volk" untersucht die Versäumnisse im Zusammenhang mit dem Hanau-Anschlag von 2020. Die Produktion hinterfragt, ob die rassistisch motivierten Morde hätten verhindert werden können. Nach der Auszeichnung mit dem Hessischen Filmpreis bei der diesjährigen Berlinale feierte der Film am Mittwoch, den 18. März, um 20:15 Uhr auf 3sat Premiere.
Am 19. Februar 2020 wurden in Hanau neun Menschen mit Migrationshintergrund ermordet. Der Attentäter handelte aus rassistischen Motiven. Doch keine der Opfer hatte zuvor Warnungen oder Hinweise auf eine drohende Gefahr erhalten. Die Behörden waren in keinen der Fälle im Vorfeld eingebunden.
Über vier Jahre hinweg begleitete der Filmemacher Marcin Wierzchowski die Angehörigen der Getöteten. Ihr Kampf um Aufklärung brachte Widersprüche im Umgang der Behörden mit dem Anschlag ans Licht. Viele sind überzeugt, dass die Reaktionen auf mangelnde Ernsthaftigkeit hindeuteten.
Die Hinterbliebenen der Opfer schlossen sich später zu einer Arbeitsgruppe zusammen, um für mehr Verantwortung zu kämpfen. Ihre Bemühungen stehen im Mittelpunkt der filmischen Erzählung. Der Dokumentarfilm trägt ihre Forderungen nun an ein breiteres Publikum heran.
"Das deutsche Volk" deckt Lücken in den Ermittlungen und der Unterstützung für die Hanau-Opfer auf. Die Fernsehpremiere folgt auf den Erfolg des Films bei der Berlinale 2025. Die Familien der Getöteten suchen weiterhin nach Gerechtigkeit für die neun Menschen, die bei dem Anschlag ihr Leben verloren.