Düsseldorfs umstrittenes Drogenhilfezentrum nach Zürcher Vorbild spaltet Oberbilk
Jacob FiebigDüsseldorfs umstrittenes Drogenhilfezentrum nach Zürcher Vorbild spaltet Oberbilk
Düsseldorf stellt Pläne für neues Drogenhilfezentrum in Oberbilk vor
Diese Woche Donnerstag wird Düsseldorf die Pläne für ein neues Drogenberatungszentrum im Stadtteil Oberbilk vorstellen. Die Einrichtung, die sich am Zürcher Modell orientiert, soll die Sicherheit rund um den Hauptbahnhof verbessern, indem sie kontrollierte Räume für Suchthilfe anbietet. Doch Anwohner und Schulen lehnen den gewählten Standort bereits vehement ab.
Die Stadt hat für das Projekt in diesem Jahr 3,3 Millionen Euro im Haushalt eingeplant. Das Vorhaben folgt dem sogenannten "Zürcher Modell", das spezielle Zonen vorsieht, in denen Drogenkonsum und ein begrenzter Handel unter strenger Aufsicht geduldet werden. Im Gegenzug gilt außerhalb dieser Bereiche eine "Null-Toleranz"-Politik gegenüber öffentlichem Drogenkonsum. In Düsseldorf soll das Zentrum schrittweise eingeführt werden – bereits diesen Sommer mit Beratungsangeboten, medizinischer Grundversorgung und psychiatrischer Betreuung.
Seit der Ankündigung formiert sich Widerstand: Die "Bürgerinitiative Eisenstraße" sammelte über 2.200 Unterschriften für eine Petition, in der die Finanzierung des Projekts, der Schutz von Kindern und die rechtliche Grundlage infrage gestellt werden. Benachbarte Schulen und Kitas halten den Standort für ungeeignet. Dennoch verteidigt Integrationsdezernentin Miriam Koch die Pläne: Durch die kontrollierte Betreuung von Suchtkranken in der Einrichtung ließen sich die Risiken auf der Straße verringern.
Bei der öffentlichen Informationsveranstaltung am Donnerstag werden Sozialarbeiter und Streetwork-Teams auf Bedenken der Anwohner eingehen. Die Stadt betont, dass der modulare Ansatz – die schrittweise Einführung der Angebote – Anpassungen auf Basis von Rückmeldungen ermöglichen werde. Doch die Skepsis in der Nachbarschaft bleibt groß.
Befürworter verweisen auf die Erfolge in Zürich, wo ähnliche Einrichtungen Drogenchecks, Jugendhilfe und Schadensminimierung unter einem Dach vereinen. Sollte das Düsseldorfer Projekt genehmigt werden, wäre dies ein grundlegender Wandel in der kommunalen Drogen- und Sicherheitspolitik. Die endgültige Entscheidung hängt davon ab, ob es der Verwaltung gelingt, die Ängste der Anwohner zu zerstreuen und gleichzeitig die Vorteile des Modells aufzuzeigen.