12 March 2026, 08:29

Elternprotest in Offenbach: 20.000 Unterschriften gegen Schulkürzungen überreicht

Ein Schwarz-Weiß-Bild einer Gruppe von Menschen, die in einer Reihe auf einem Schotterweg stehen, Fahnen halten, mit Bäumen, Gebäuden und einem klaren Himmel im Hintergrund, die an einer Protestaktion auf dem Schulgelände teilnehmen.

Elternprotest in Offenbach: 20.000 Unterschriften gegen Schulkürzungen überreicht

Eltern in Offenbach haben mit scharfen Protesten gegen geplante Kürzungen im Schulbudget reagiert. Am 10. März 2026 übergab der Offenbacher Elternbeirat eine Petition mit über 20.000 Unterschriften an Abgeordnete der Landesregierung in der Rudolf-Koch-Schule. Betroffen von den Kürzungen sind die Differenzierungsstunden sowie das Sozialindex-Programm, das Schulen mit benachteiligten Schülerinnen und Schülern unterstützt.

Die Übergabe der Petition erfolgte nach wochenlangen Kampagnen – zunächst waren 17.801 Unterschriften gezählt worden, bevor die endgültige Zahl die Marke von 20.000 überschritt. Stefan Marx, Vorsitzender des Elternbeirats, warnte, dass eine Reduzierung der Sozialindex-Mittel die Unterrichtsqualität verschlechtern und die Bildungschancen der Kinder einschränken werde. Gina Seidel-Girgis, seine Stellvertreterin, betonte die Bedeutung von Gesamtschulen für eine inklusive Bildung und gleiche Chancen für alle Schülerinnen und Schüler.

Bei der Übergabe argumentierte Jörg Schwarzwaelder, zweiter stellvertretender Vorsitzender, dass Investitionen in Bildung heute spätere soziale Folgekosten verringern würden. Er bezeichnete dies als Investition in Selbstbestimmung und Würde junger Menschen. Unterdessen kritisierten Andreas Ewald und Katy Walther von den Grünen die Pläne der CDU-SPD-Koalition scharf und nannten die Kürzungen einen schweren Rückschlag für die Bildungsgerechtigkeit in Hessen.

Das Sozialindex-Programm finanziert derzeit zusätzliche Lehrstellen an Schulen mit einem hohen Anteil sozial benachteiligter Schülerinnen und Schüler. Beispiele sind die Mathildenschule, die 4,9 Stellen erhält, oder die Geschwister-Scholl-Schule mit drei Stellen. Diese Mittel ermöglichen zusätzliche Förderangebote, doch eine Ausweitung des Programms steht derzeit nicht in Aussicht.

Als Reaktion auf die Proteste kündigte der FDP-Abgeordnete Oliver Stirböck an, seine Partei werde in der folgenden Woche eine parlamentarische Debatte zu dem Thema einberufen. Der Elternbeirat erklärte zudem, den politischen Druck weiter erhöhen zu wollen, um die Kürzungen rückgängig zu machen.

Die Übergabe der Petition markiert einen entscheidenden Moment im Kampf gegen die Bildungsürzungen in Offenbach. Mit über 20.000 Unterschriften haben Eltern und Aktivistinnen und Aktivisten breite Ablehnung gegen die geplanten Einschnitte gezeigt. Die anstehende Parlamentsdebatte wird zeigen, ob die Landesregierung ihre Haltung zu Sozialindex-Förderung und Differenzierungsstunden überdenkt.

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