10 May 2026, 22:29

EU-Pläne zur Fahrzeugkennzeichnung: ZDK warnt vor Chaos bei Gebrauchtwagenhändlern

Aufkleber an einem Auto, der dessen Modellnamen angibt.

EU-Pläne zur Fahrzeugkennzeichnung: ZDK warnt vor Chaos bei Gebrauchtwagenhändlern

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat einen neuen Vorschlag der EU zur Fahrzeugkennzeichnung scharf kritisiert. Der Verband bezeichnet die Pläne als undurchführbar und warnt vor rechtlichen und technischen Hürden für Händler. ZDK-Präsident Thomas Peckruhn forderte die Politik auf, zentrale Teile der Verordnung vor einer weiteren Umsetzung zu überarbeiten.

Die Europäische Kommission will die bestehende Richtlinie 1999/94/EG durch strengere Vorschriften zur Kennzeichnung von Kraftstoffverbrauch und Emissionen ersetzen. Erstmals würde die Pflichtkennzeichnung damit auch auf Gebrauchtwagen ausgeweitet – nicht nur auf Neuwagen. Peckruhn argumentiert, dass dies erhebliche Probleme schafft, da viele Gebrauchtfahrzeuge nachträglich verändert wurden und zuverlässige Daten daher nur schwer zu ermitteln sind.

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In einem acht Punkte umfassenden Positionspapier verweist der ZDK auf ein zentrales methodisches Problem: Ältere Gebrauchtwagen wurden nach dem veralteten NEFZ-Standard (Neuer Europäischer Fahrzyklus) getestet, während neuere Modelle dem strengeren WLTP-Messverfahren (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure) unterliegen. Händlern fehlen jedoch die Mittel, um zwischen diesen Systemen umzurechnen – eine praktische Umsetzung der Vorgaben sei daher unmöglich.

Peckruhn hat zudem das Bundeswirtschaftsministerium aufgefordert, in Brüssel einzugreifen. Der ZDK besteht darauf, dass die Kennzeichnungspflicht nur für Neufahrzeuge gelten sollte und die geplante verpflichtende Angabe zum Batteriezustand bei gebrauchten Elektroautos gestrichen wird. Darüber hinaus fordert der Verband klarere Zuständigkeiten für Hersteller, Online-Plattformen und Händler sowie eine einheitliche Marktüberwachung in der gesamten EU.

Die Einwände des ZDK konzentrieren sich auf praktische und rechtliche Hindernisse für Händler durch die vorgeschlagenen Regeln. Sollte die Verordnung in der aktuellen Fassung verabschiedet werden, drohen Verwirrung bei Emissionsdaten und Compliance. Mit seiner Forderung nach Nachbesserungen will der Verband sicherstellen, dass neue Anforderungen für die Branche umsetzbar bleiben.

Quelle