17 June 2026, 19:47

Europas Industrie warnt vor Kollaps durch explodierende CO₂-Kosten im EU-Emissionshandel

Energieintensive Unternehmen fordern Reduzierung des EU-Handels mit CO2

Europas Industrie warnt vor Kollaps durch explodierende CO₂-Kosten im EU-Emissionshandel

Mehr als drei Dutzend große europäische Industrieunternehmen haben die EU aufgefordert, unverzüglich im Emissionshandelssystem (EU-ETS) zu handeln. Zu den Unterzeichnern eines Schreibens an die EU-Spitze gehören Konzerne wie ArcelorMittal, BP und BASF, die vor steigenden Kosten und Schäden für den europäischen Industriestandort warnen.

Das EU-Emissionshandelssystem verpflichtet Industrieanlagen, Verschmutzungszertifikate für Treibhausgasemissionen zu erwerben. Im Rahmen des „Fit-for-55“-Klimapakets wurden kostenlose Zuteilungen schrittweise abgeschafft, um die Erderwärmung zu begrenzen. Unternehmen müssen nun den Großteil der Zertifikate kaufen – was die Kosten in die Höhe treibt, wenn die Emissionen langsamer sinken als die verfügbaren Zertifikate knapper werden.

Die Unternehmen argumentieren, das System spiegle die globale Realität nicht mehr wider. Europa handle allein, indem es seine Industrien mit rasant steigenden CO₂-Kosten belaste, heißt es in dem Schreiben. Zudem fehle es an ausreichender Infrastruktur für Strom, Wasserstoff und CO₂-Transport, was die industrielle Transformation behindere.

Um Wettbewerbsnachteile auszugleichen, führte die EU den CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) ein. Dieser zollähnliche Aufschlag betrifft CO₂-intensive Importe, befreit jedoch Länder mit eigenem Emissionshandel. Die Einnahmen aus dem EU-ETS fließen größtenteils in Klimamaßnahmen wie den Ausbau von Wasserstoffnetzen für die Industrie.

Die Unternehmen fordern nun dringende Schritte, um den Kostenanstieg zu stoppen und weitere Schäden für den europäischen Industriesektor zu verhindern. Die aktuellen Rahmenbedingungen reichten für die notwendige Transformation nicht aus, betonen sie. Die EU bleibt damit vor der Herausforderung, Klimaziele und industrielle Wettbewerbsfähigkeit – etwa durch Instrumente wie den CBAM – in Einklang zu bringen.

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