Experten warnen: Merzs Rückkehraussage für Syrer könnte Deutschlands Wirtschaft gefährden
Klaus TrommlerExperten warnen: Merzs Rückkehraussage für Syrer könnte Deutschlands Wirtschaft gefährden
Wirtschaftsexperten stellen Bundeskanzler Friedrich Merzs Prognose infrage, wonach 80 Prozent der in Deutschland lebenden Syrer innerhalb von drei Jahren in ihre Heimat zurückkehren werden. Aktuelle Daten zeigen, dass zwischen 930.112 und 936.000 syrische Staatsbürger – überwiegend Geflüchtete – derzeit im Land leben. Forscher warnen, dass eine Massenabwanderung die Wirtschaft schwächen und demografische Herausforderungen verschärfen könnte.
Offizielle Zahlen des Ausländerzentralregisters, Stand 28. Februar 2026, bestätigen die Anwesenheit von fast einer Million Syrer in Deutschland. Viele von ihnen kamen während des Bürgerkriegs ins Land und haben sich seitdem niedergelassen, mit großen Gemeinschaften vor allem in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg.
Führende Institute wie das ifo Institut und das DIW halten eine derart schnelle Abwanderung für unwahrscheinlich. Timo Wollmershäuser vom ifo Institut betonte, dass die Zuwanderung den demografischen Rückgang bereits gebremst habe – ein Wegfall dieser Arbeitskräfte würde die Produktionskapazitäten verringern. Geraldine Dany-Knedlik vom DIW fügte hinzu, dass selbst eine teilweise Rückkehr das ohnehin schwache Wachstumspotenzial Deutschlands zusätzlich belasten würde.
Viele Syrer sind inzwischen in den Arbeitsmarkt integriert und füllen Lücken in Schlüsselbranchen. Ihr Weggang hätte unmittelbare wirtschaftliche Folgen, von Fachkräftemangel bis zu sinkenden Steuereinnahmen.
Die Debatte zeigt, wie stark die deutsche Wirtschaft von zugewanderten Arbeitskräften abhängt. Ein plötzlicher Rückgang der syrischen Bevölkerung könnte die bestehenden demografischen und wachstumsbedingten Probleme noch verschärfen. Experten betonen, dass die Politik diese Risiken berücksichtigen muss, bevor sie von einer groß angelegten Rückkehr ausgeht.






