EZB plant digitalen Euro als europäische Alternative zu US-Zahlungsdiensten bis 2029
Betty BruderEZB plant digitalen Euro als europäische Alternative zu US-Zahlungsdiensten bis 2029
Die Europäische Zentralbank (EZB) und die nationalen Notenbanken treiben die Pläne für einen digitalen Euro voran. Mit dem Vorhaben soll die Abhängigkeit Europas von US-amerikanischen Zahlungsdienstleistern verringert und gleichzeitig die finanzielle Widerstandsfähigkeit gestärkt werden. Noch in diesem Jahr wird eine politische Entscheidung über die Zukunft des Projekts erwartet.
Der digitale Euro wurde von Burkhard Balz, Mitglied des Vorstands der Bundesbank, als "digitales Pendant zum Bargeld" bezeichnet. Er betonte, dass dieser das physische Geld nicht ersetzen, sondern als zusätzliche Zahlungsoption dienen solle. Der Schritt erfolgt, nachdem es der Privatwirtschaft nicht gelungen ist, ein einheitliches paneuropäisches Zahlungssystem zu schaffen.
Die Entwicklung des digitalen Euro hat das Eurosystem enger zusammenrücken lassen. Die EZB und die nationalen Notenbanken – darunter die Bundesbank – gestalten das System gemeinsam und bereiten sich auf einen möglichen Start im Jahr 2029 vor. Eine gemeinsame europäische Infrastruktur würde die Ausgabe übernehmen und so die Einheitlichkeit in den Mitgliedstaaten gewährleisten.
Unterdessen lagert die Bundesbank weiterhin einen Teil der deutschen Goldreserven im Ausland, um in wichtigen Handelszentren wie New York und London schnell darauf zugreifen zu können. Balz lehnte es ab, Details zu Prüfverfahren oder konkreten Anteilen zu nennen, und verwies dabei auf Vertraulichkeitsvereinbarungen mit den verwahrenden Zentralbanken.
Das Projekt des digitalen Euro schreitet mit einer möglichen politischen Freigabe im Jahr 2024 voran. Bei einer Genehmigung könnte er ab 2029 als europäische Alternative auf dem Zahlungsmarkt eingeführt werden. Die Initiative ist zudem Teil umfassender Bestrebungen, die finanzielle Unabhängigkeit innerhalb der Eurozone zu stärken.






