30 May 2026, 20:31

Flüchtling aus Syrien gründet Repair-Café in Bremen und kämpft gegen Elektroschrott

Karem Hasan repariert Dinge

Flüchtling aus Syrien gründet Repair-Café in Bremen und kämpft gegen Elektroschrott

Hinter der Heilig-Geist-Kirche in Bremen betreibt Karem Hasan im Stadtteil Neue Vahr ein Repair-Café. Die Initiative, die er kurz nach seiner Ankunft in Deutschland ins Leben rief, bietet kostenlose Reparaturen für defekte Geräte an. Hasans Arbeit erhält bald rechtlichen Rückenwind, wenn im Juli neue Regelungen zum „Recht auf Reparatur“ in Kraft treten.

Hasan kam 2018 nach Bremen, nachdem er aus Syrien geflohen war, wo er in Damaskus als Elektroniker und Berufsschullehrer gearbeitet hatte. Bereits nach acht Monaten eröffnete er das Repair-Café, um Anwohnern zu helfen, die Lebensdauer ihrer Besitztümer zu verlängern. Mittlerweile hat das Café jeden Samstagmorgen und an Werktagen nach Feierabend geöffnet.

Der Service ist kostenlos, allerdings bringen Kunden eigene Ersatzteile mit oder erhalten Hilfe bei der Bestellung. 2024 wurde Hasan deutscher Staatsbürger und trat im Dezember desselben Jahres der SPD bei. Eine Rückkehr nach Syrien kommt für ihn nicht infrage – er verweist auf die fehlende Grundversorgung im Land.

Neue Vahr-Nord, wo das Café ansässig ist, weist ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 24.400 Euro auf – deutlich unter dem Bremer Durchschnitt von 40.100 Euro. Hasan hofft, dass sich mehr Menschen seiner Initiative anschließen, um Müll zu reduzieren und Nachhaltigkeit zu fördern.

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Ab Juli wird eine neue EU-Gesetzgebung zum „Recht auf Reparatur“ Hasans Arbeit erleichtern. Hersteller müssen dann Produkte so gestalten, dass sie leichter zu reparieren sind. Sein Café wird weiterhin kostenlose Reparaturen anbieten und den Anwohnern helfen, Geld zu sparen und Elektroschrott zu verringern.

Quelle