Frankfurt sagt Roger-Waters-Konzert ab – Streit um Kunstfreiheit und politische Zensur
Klaus TrommlerFrankfurt sagt Roger-Waters-Konzert ab – Streit um Kunstfreiheit und politische Zensur
Frankfurter Stadtrat sagt Roger-Waters-Konzert ab – Debatte über Kunstfreiheit und Meinungsäußerung entbrannt
Der Frankfurter Stadtrat hat das anstehende Konzert von Roger Waters abgesagt und dabei auf dessen Kritik an der israelischen Politik sowie seine Unterstützung für die BDS-Bewegung (Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen) verwiesen. Die Entscheidung folgt Vorwürfen wegen angeblich israelfeindlichen Verhaltens, wobei Waters jede antisemitische Haltung von sich weist. Der Schritt hat eine breite Debatte über Meinungsfreiheit und künstlerische Ausdrucksfreiheit ausgelöst.
Hintergrund der Absage ist Waters' langjährige Ablehnung der Politik der israelischen Regierung, einschließlich seiner Unterstützung für die BDS-Kampagne. Stadtvertreter begründeten das Verbot mit seinem "anhaltend israelkritischen Verhalten" und dem Druck auf andere Künstler, Auftritte in Israel zu meiden. Waters betont seit Jahren, dass sich seine Kritik ausschließlich gegen den israelischen Staat richtet – nicht gegen jüdische Menschen oder ihren Glauben.
Eine Petition zur Rücknahme der Entscheidung hat bereits über 32.000 Unterschriften gesammelt. Unterstützer, darunter bekannte Persönlichkeiten, argumentieren, dass Waters' Positionen mit denen großer Menschenrechtsorganisationen übereinstimmen. Sie warnen davor, dass die Gleichsetzung von Israelskritik mit Antisemitismus legitime politische Debatten zum Schweigen bringen könnte.
Waters hat inzwischen eine einstweilige Verfügung gegen den Stadtrat beantragt; eine Reaktion wird bis Freitag erwartet. Unterdessen verurteilen Künstler und Befürworter der Meinungsfreiheit die Absage als gefährlichen Präzedenzfall. Angesichts des deutschen politischen Klimas, in dem die Unterstützung Israels oft als historische Wiedergutmachung dargestellt wird, sehen sich Fürsprecher palästinensischer Rechte verstärkt unter Beobachtung.
In den vergangenen fünf Jahren hat keine andere deutsche Stadt Auftritte von Künstlern verboten, die israelische Politik kritisieren. Die Frankfurter Entscheidung hebt sich als ungewöhnlicher Schritt hervor und wirft Fragen nach wachsenden Einschränkungen politischer Äußerungen in kulturellen Räumen auf.
Die Konzertabsage hat einen juristischen und öffentlichen Streit über die Grenzen der Kunstfreiheit entfacht. Während Waters die Entscheidung gerichtlich anfechtet und die Petition an Fahrt gewinnt, könnte das Ergebnis wegweisend für künftige Fälle werden. Der Konflikt zeigt zudem die anhaltenden Spannungen zwischen Meinungsfreiheit und politischen Sensibilitäten in Deutschland auf.






