Frankfurt und Offenbach wollen Cannabis-Verkauf als Modellregion testen
Ottilie KreinFrankfurt und Offenbach wollen Cannabis-Verkauf als Modellregion testen
Frankfurt und Offenbach bewerben sich als Modellregion für den legalen Verkauf von Cannabis zu Genusszwecken. Der Schritt folgt den Plänen der Bundesregierung zur teilweisen Entkriminalisierung. Die kommunalen Verantwortlichen wollen Bürgern den kontrollierten Erwerb von Cannabis ermöglichen.
Die Initiative wird von Frankfurts Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) und Offenbachs Oberbürgermeisterin Sabine Groß (Grüne) vorangetrieben. Sie argumentieren, eine Legalisierung würde Konsumenten entkriminalisieren und den Schwarzmarkt schwächen. Kritiker werfen dem Vorhaben jedoch vor, den Drogenkonsum zu verharmlosen und die Suchtgefahr zu erhöhen.
Gegner, darunter die CDU, bezweifeln, dass das Projekt praktischen städtischen Herausforderungen gerecht wird, und sehen darin vor allem eine ideologisch motivierte Entscheidung. Manche bemängeln zudem einen Widerspruch in der Haltung der Grünen, die einerseits die Cannabisfreigabe vorantreiben, andererseits aber Werbung für ungesunde Lebensmittel verbieten wollen. Offenbachs Oberbürgermeisterin betont zwar, die Stadt müsse das Vorhaben vorantreiben – diese Einschätzung ist jedoch umstritten.
Bedenken gibt es auch hinsichtlich der psychischen Gesundheit, des leichteren Zugangs für Minderjährige und der Möglichkeit, durch „Cannabis-Tourismus“ Besucher aus anderen Regionen anzuziehen. Bei einer Genehmigung könnte die Modellregion zum Anziehungspunkt für Drogenkonsumenten werden.
Die Legalisierungspläne der Bundesregierung stehen noch unter rechtlicher Prüfung. Die geplante Modellregion soll den kontrollierten Verkauf in der Praxis erproben. Ihr Erfolg oder Scheitern könnte die bundesweite Drogenpolitik nachhaltig prägen.






