06 May 2026, 16:30

Frauen dominieren Apotheken – doch Lohnlücke und Care-Arbeit bleiben ungelöst

Drei Frauen in einer Apotheke, die miteinander sprechen, umgeben von Regalen mit Flaschen und Schachteln, mit Kartons und einer Wand im Hintergrund.

Frauen dominieren Apotheken – doch Lohnlücke und Care-Arbeit bleiben ungelöst

Frauen stellen fast neun von zehn Apothekenbeschäftigten in Deutschland – doch strukturelle Hürden bleiben

Zum Internationalen Frauentag hat Adexa, der Verband für Apothekenpersonal, eine bessere Würdigung der Leistungen von Frauen und fairere Arbeitsbedingungen gefordert. Obwohl sie die Branche dominieren, verdienen Frauen nach wie vor weniger und tragen den Großteil der unbezahlten Care-Arbeit.

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2024 arbeiten rund 162.000 Menschen in deutschen Apotheken, davon sind 89,2 Prozent Frauen. In bestimmten Berufen ist der Frauenanteil noch höher: 96,6 Prozent der Pharmazeutisch-technischen Assistentinnen (PTA) und 97,5 Prozent der Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten (PKA) sind weiblich. Auch unter den approbierten Apothekerinnen liegt der Anteil bei 74,1 Prozent, bei den Auszubildenden bei 74,8 Prozent.

Adexa betont, dass diese Fachkräfte – Apothekerinnen, Pharmazeutisch-technische Assistentinnen, PKAs und weitere Mitarbeiterinnen – eine entscheidende Rolle spielen, um Patienten täglich mit Medikamenten und fachkundiger Beratung zu versorgen. Dennoch verdienen Frauen in Deutschland im Schnitt 4,10 Euro weniger pro Stunde als Männer in vergleichbaren Positionen – ein Lohngefälle von 16 Prozent.

Doch es geht nicht nur um Gehälter: Frauen übernehmen den Großteil der unbezahlten Arbeit, etwa Kinderbetreuung, Haushalt oder Pflege von Angehörigen. Diese Doppelbelastung schränkt oft berufliche Aufstiegschancen und finanzielle Unabhängigkeit ein. Tanja Kratt, Bundesvorstandsmitglied von Adexa, fordert, dass eine echte Wertschätzung der Leistungen von Frauen auch diese systemischen Benachteiligungen angehen muss.

Der Verband drängt auf konkrete Veränderungen, darunter flexiblere Arbeitszeiten und eine gerechtere Rentenberechnung, die Care-Arbeit berücksichtigt. Ohne solche Reformen werde sich die Ungleichheit in der Branche weiter verfestigen, warnt Adexa.

Die Forderungen zielen darauf ab, die Lohnlücke zu schließen und die Arbeitsbedingungen für Frauen in Apotheken zu verbessern. Flexible Arbeitsmodelle und Rentenreformen könnten helfen, Beruf und Care-Verpflichtungen besser zu vereinbaren. Doch noch immer stützt sich der Sektor maßgeblich auf weibliche Arbeitskräfte – die weiterhin mit ungleicher Bezahlung und begrenzten Karrierechancen konfrontiert sind.

Quelle