Frauenpfahl am Bodensee: Wo grausame Geschichte auf Halloween-Tradition trifft
Klaus TrommlerFrauenpfahl am Bodensee: Wo grausame Geschichte auf Halloween-Tradition trifft
Der Bodensee ist seit jeher für seine malerische Schönheit und familienfreundlichen Attraktionen bekannt. Doch mit Halloween rückt eine seiner düstereren historischen Stätten in den Fokus: der Frauenpfahl, ein schlichter Holzpfahl mit einer weißen Gitterkugel an der Spitze, der an eine grausame Vergangenheit erinnert, in der Frauen brutalen Hinrichtungen ausgesetzt waren.
Der Frauenpfahl in Konstanz war einst ein Hinrichtungsort im Heiligen Römischen Reich. Frauen, die des Diebstahls, der Ehebruchs oder anderer Vergehen beschuldigt wurden, ertränkte man hier oft – manchmal eingenäht in Säcke zusammen mit Tieren. Je nach Epoche und Herrschaftsgebiet kamen auch andere Methoden zum Einsatz: Hexen wurden auf dem Scheiterhaufen verbrannt, andere Frauen enthauptet.
Eine lokale Legende erzählt von einer jungen Frau, die zum Tode verurteilt wurde, weil sie versucht hatte, mit ihrem Baby über den Gnadensee zu schwimmen. Nur die Intervention des Abtes vom Kloster Reichenau rettete ihr das Leben. Historische Aufzeichnungen belegen zudem, dass die Diebin Apollonia am 9. November 1532 am Frauenpfahl hingerichtet wurde.
Heute ist die Stätte ein beliebtes Halloween-Ziel mit unheimlichen Abendführungen. Besucher sollten warme Kleidung und eine Taschenlampe mitbringen – für ein durch und durch schauerliches Erlebnis. Im Anschluss lädt ein gemütliches Café in Konstanz zum Aufwärmen ein. In der Nähe locken Attraktionen wie der Konstanzer Münster oder die Blumeninsel Mainau mit harmloseren Familienausflügen.
Der Frauenpfahl bleibt eine gespenstische Mahnung an vergangene Strafen. Seine Halloween-Touren ziehen Geschichtsinteressierte an, die sich für die dunklen Seiten der Vergangenheit begeistern. Der Rest des Bodensees hingegen vereint weiterhin gruselige Sagen mit seinem gewohnten Charme und seiner Schönheit.






