Fulda startet synodale Versammlung mit über 100 Teilnehmern für Kirchenreformen
Ottilie KreinFulda startet synodale Versammlung mit über 100 Teilnehmern für Kirchenreformen
Bistum Fulda bringt über 100 Ehrenamtliche und Kirchenmitarbeiter zur ersten synodalen Versammlung zusammen
Im Bonifatiushaus fand die erste synodale Versammlung des Bistums Fulda statt, bei der mehr als 100 Freiwillige und hauptamtliche Kirchenvertreter über die Zukunft der Kirchenführung im Dialog und durch gemeinsame Entscheidungsfindung berieten. Bischof Dr. Michael Gerber eröffnete die Konferenz mit der Betonung, dass die Kirche sich weiterentwickeln müsse, ohne dabei ihre Kernaufgabe aus den Augen zu verlieren.
Die zweitägige Veranstaltung hatte zum Ziel, den Kurs Fuldas mit dem bundesweiten Synodalen Weg in Einklang zu bringen. Die Teilnehmer diskutierten, wie sich die Initiativen der weltweiten Bischofssynode, nationale Reformen und lokale diözesane Bemühungen verbinden lassen. Im Mittelpunkt stand dabei die Förderung eines "Gesprächs im Geist" – eine strukturierte Methode des gemeinsamen Zuhörens und Abwägens.
Dr. Anette Stechmann, Leiterin des Synodalen Teams, skizzierte Pläne, diese verschiedenen Reformebenen zu vernetzen. Die Gruppe schlug vor, eine ständige Diözesane Synodalversammlung einzurichten, die diese Prozesse begleiten und vorantreiben soll. Dieses Gremium würde regelmäßig tagen, wobei die nächste Sitzung bereits für September 2026 angesetzt ist.
Bischof Gerber wies darauf hin, dass das Fuldaer Modell Ähnlichkeiten mit anderen Bistümern aufweise, etwa bei dezentralen Entscheidungsstrukturen und lokalen synodalen Gremien. Anders als in einigen Regionen, wo es Spannungen wegen der Ausrichtung am Vatikan gebe, liege der Fokus in Fulda jedoch auf der Konsolidierung der eigenen Reformen. Erörtert wurden auch konkrete Schritte für geteilte Verantwortung – von Pfarrgemeinderäten bis hin zu bistumsweiten Befragungen.
Die Themen reichten von der Überprüfung von Machtstrukturen bis hin zu Präventionsmaßnahmen gegen Missbrauch und spiegelten damit die nationalen Debatten wider. Doch der Schwerpunkt lag auf umsetzbaren Veränderungen – dem Aufbau nachhaltiger Modelle, die über einzelne Treffen hinaus Beständigkeit gewährleisten.
Die Versammlung markierte den ersten Versuch Fuldas, alle diözesanen Gremien unter einem synodalen Rahmen zu vereinen. Konkrete Ergebnisse umfassen die geplante Diözesane Synodalversammlung sowie eine Roadmap für den fortlaufenden Dialog. Während die nationalen Diskussionen über Kirchenreformen weitergehen, setzt Fulda auf lokale Stabilität und langfristige Teilhabe.






