Fürther Jugendrat fordert Reform: Hilfe statt Strafe gegen Jugendkriminalität
Klaus TrommlerFürther Jugendrat fordert Reform: Hilfe statt Strafe gegen Jugendkriminalität
Fürther Jugendrat stellt Antrag „Hilfe statt Strafe – Gemeinsam gegen Gewalt“ zur Debatte am 1. Juli
Der Fürther Jugendrat bringt am 1. Juli seinen Antrag „Hilfe statt Strafe – Gemeinsam gegen Gewalt“ zur Abstimmung ein. Die Initiative knüpft an frühere Diskussionen über Schwarzfahren im Öffentlichen Nahverkehr an und zielt darauf ab, den gesellschaftlichen Umgang mit bestimmten Straftaten zu reformieren.
In dem Antrag wird argumentiert, dass reine Bestrafung nicht für jede Straftat die richtige Lösung sei. Armut werde als zentraler Auslöser für einige von Jugendlichen begangene Delikte genannt. Die stellvertretende Vorsitzende Julia Dierauf betonte, wie wichtig gezielte Unterstützung für Betroffene in solchen Lebenslagen sei.
Der Vorsitzende Alexander Bohn forderte einen Ausbau der aufsuchenden Sozialarbeit, um die Ursachen von Kriminalität an der Wurzel zu bekämpfen. Der Jugendrat setzt sich zudem dafür ein, die Jugendhilfe bereits in frühen Stadien von Strafverfahren einzubinden. Das Vorstandsmitglied Clemens Trompke verwies auf steigende Gewaltzahlen, insbesondere bei sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt.
Als konkrete Maßnahmen schlägt der Jugendrat eine zentrale Meldestelle für Opfer solcher Gewalttaten vor. Zudem sollen Streetwork und mobile Jugendarbeit ausgebaut werden, um präventiv wirken zu können. Der Antrag zielt darauf ab, den Fokus von Strafe hin zu Unterstützung für gefährdete Gruppen zu verlagern.
Am 1. Juli wird über den Antrag abgestimmt, der unter anderem neue Hilfsangebote und frühere Interventionen in juristischen Verfahren vorsieht. Der Jugendrat erhofft sich von diesem Ansatz eine Reduzierung von Armuts- und Gewaltkriminalität.
