Gabriele Stötzer erhält Kaiserring und große Berlin-Ausstellung
Die Künstlerin Gabriele Stötzer erhält in diesem Herbst einen der renommiertesten Kunstpreise Deutschlands. Die 73-Jährige wird zudem mit einer großen Einzelausstellung im Berliner Gropius Bau geehrt. Ihr Werk umfasst Jahrzehnte mutiger Kreativität und politischen Widerstands.
Erstmals auf sich aufmerksam machte Stötzer 1976, als sie eine Petition gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann unterzeichnete. Diese Aktion führte zu ihrer Inhaftierung in der DDR. Während ihrer einjährigen Haftzeit nähte sie Strumpfhosen, um die Zeit zu vertreiben.
1989 beteiligte sie sich an der Besetzung der Stasi-Bezirksverwaltung in Erfurt. Ihr Engagement prägte auch ihre Kunst, und später gehörte sie zu den Mitbegründerinnen der Erfurter Künstlerinnengruppe. Die Ausstellung im Gropius Bau präsentiert nun rund 150 ihrer Werke – von Videos und Fotografien über Modeentwürfe bis hin zu großen Wollfiguren von Frauen.
Im Oktober wird ihr der Goslarer Kaiserring verliehen, dessen frühere Preisträger:innen so bedeutende Künstler wie Henry Moore, Gerhard Richter und Joseph Beuys waren. Der Preis und die Ausstellung würdigen Stötzers Beitrag zu Kunst und politischem Widerstand. Ihr Schaffen bleibt ein kraftvolles Zeugnis von Kreativität unter Repression. Die Ehrung reiht sie ein in die Reihe der gefeiertesten Künstler:innen Deutschlands.






