Galeria kämpft ums Überleben: 160-Millionen-Notkredit als letzte Rettung
Karl-Peter MöchlichenGaleria kämpft ums Überleben: 160-Millionen-Notkredit als letzte Rettung
Galeria-Kaufhauskette steckt in neuer Finanzkrise
Die deutsche Warenhauskette Galeria kämpft erneut mit einer schweren finanziellen Schieflage. Um die Insolvenz abzuwenden, benötigt das Unternehmen dringend ein Notkredit über 160 Millionen Euro. Derzeit laufen Verhandlungen mit dem US-Investor Gordon Brothers.
Galeria-Chef Tilo Hellenbock hat bereits die Neubestellungen von Ware für alle 83 Filialen stark reduziert. Zudem bietet die Kette drastische Rabatte an, um durch den Verkauf Liquidität für die 12.000 Mitarbeiter zu schaffen – die Preissenkungen sollen bis zu 70 Prozent betragen. Mit diesen Maßnahmen soll der akute Finanzdruck gemildert werden.
Der geplante Kredit von Gordon Brothers würde eine bestehende Schuldenlast von 80 Millionen Euro umschulden und ausstehende Mieten begleichen. Selbst bei einer Zustimmung wäre jedoch eine umfassende Restrukturierung nötig: Geplant ist die Schließung von etwa 30 der 83 Standorte, die Verkleinerung der Verkaufsflächen sowie die Vermietung von Bereichen an externe Mieter. Ziel ist es, die Kosten zu senken und bis 2028 wieder profitabel zu wirtschaften.
Branchenexperten warnen jedoch, dass der Kredit allein möglicherweise nicht ausreicht. Monatliche Verluste in Millionenhöhe könnten anhalten und das langfristige Überleben der Kette gefährden. Ohne die dringend benötigten Mittel drohen bereits in diesem Sommer Filialschließungen wegen ausbleibender Ware.
Die Zukunft von Galeria hängt nun davon ab, ob der Kredit gesichert und der Sanierungsplan umgesetzt werden kann. Scheitern diese Schritte, könnten sofortige Schließungen drohen. Selbst bei einer Restrukturierung wären erhebliche Einschnitte bei Standorten und Betrieb unvermeidbar.






