Gewerkschaft fordert radikale Steuerreform gegen soziale Ungleichheit in Wiesbaden
Betty BruderGewerkschaft fordert radikale Steuerreform gegen soziale Ungleichheit in Wiesbaden
Eine Gewerkschaft in Wiesbaden hat weitreichende Steuerreformen gefordert, um der wachsenden sozialen Ungleichheit entgegenzuwirken. Zu den Vorschlägen gehören die Abschaffung des Ehegattensplittings, die Einführung einer Vermögenssteuer sowie eine Erhöhung der Spitzensteuersätze. Nach Angaben der Gewerkschaft belastet das aktuelle System Arbeitnehmer unangemessen, während Kapitalerträge und Spitzenverdiener begünstigt werden.
Die Forderungen der Gewerkschaft kommen zu einem Zeitpunkt, an dem neue Zahlen die sozialen Disparitäten in der Stadt verdeutlichen. In Wiesbaden gibt es 154 Einkommensmillionäre – das entspricht etwa einem Millionär auf 982 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Insgesamt unterliegen 151.200 Einwohner der Stadt den Sozialabgaben.
Hendrik Hallier, Geschäftsführer der NGG Rhein-Main, warnte, dass sich die Kluft zwischen Arm und Reich weiter vergrößere. Er verwies auf die aktuelle Steuerstruktur, bei der ein durchschnittliches Ehepaar 43 Prozent seines Einkommens an Steuern und Abgaben zahlt. Kapitalerträge wie Dividenden oder Zinsen werden hingegen oft nur mit pauschal 25 Prozent über die Abgeltungsteuer besteuert.
Kritik übte die Gewerkschaft auch am Ehegattensplitting. Dieses System entmutige Frauen daran, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, und zementiere veraltete Rollenbilder. Zudem forderte die Gewerkschaft höhere Steuern auf Erbschaften und Vermögen, die derzeit nur 1,1 Prozent des gesamten Steueraufkommens ausmachen.
Die vorgeschlagenen Änderungen zielen darauf ab, die Steuerlast auf Arbeitseinkommen zu verringern und gleichzeitig die Beiträge von Kapital und Spitzenverdienern zu erhöhen. Sollten die Reformen umgesetzt werden, würden sie eine deutliche Wende in der Wiesbadener Besteuerung von Vermögen und Arbeit bedeuten. Die Initiative der Gewerkschaft spiegelt die wachsende Unzufriedenheit mit der wirtschaftlichen Fairness in der Stadt wider.






