Gießen eröffnet bahnbrechendes Liebig-Zentrum für klimaresistente Landwirtschaft
Leonhard PreißGießen eröffnet bahnbrechendes Liebig-Zentrum für klimaresistente Landwirtschaft
Neues Forschungszentrum für nachhaltige Landwirtschaft und Klimawandelanpassung in Gießen eröffnet
Das "Liebig-Zentrum" ist eine gemeinsame Initiative der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und des Gemeinsamen FAO/IAEA-Zentrums für nukleare Techniken in der Ernährung und Landwirtschaft. Seine Aufgabe besteht darin, Erträge in der Landwirtschaft zu steigern, umweltfreundliche Anbaumethoden zu fördern und über 180 UN-Mitgliedstaaten dabei zu unterstützen, die Herausforderungen des Klimawandels zu bewältigen.
Benannt ist das Zentrum nach Justus Liebig, einem Wissenschaftler des 19. Jahrhunderts, der die Agrarchemie revolutionierte. Seine Arbeit legte den Grundstein für moderne Verfahren zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit und Steigerung der Ernteerträge. Heute knüpft das "Liebig-Zentrum" an dieses Erbe an, indem es fortschrittliche isotopenbasierte Techniken einsetzt, um die Landwirtschaft unter sich verändernden Klimabedingungen zu erforschen.
Zu den Schlüsseltechnologien gehören FACE-Systeme (Free-Air-CO₂-Anreicherung), mit denen höhere CO₂-Konzentrationen in der Atmosphäre simuliert werden, um deren Auswirkungen auf Pflanzen zu untersuchen. Das Institut für Pflanzenökologie der JLU, geleitet von Prof. Dr. Christoph Müller, betreibt eine der ältesten FACE-Anlagen weltweit. Dieses Know-how wird die Forschung des Zentrums zu klimaresistenten Nutzpflanzen unterstützen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der nachhaltigen Schädlingsbekämpfung. Das Institut für Insektenbiotechnologie im Pflanzenschutz unter der Leitung von Prof. Dr. Marc Schetelig entwickelt biologische Lösungen, um die Abhängigkeit von chemischen Pestiziden zu verringern. Beide Professoren fungieren als wissenschaftliche Ansprechpartner des Zentrums.
Über die Forschung hinaus dient das "Liebig-Zentrum" als globale Wissensplattform. Es wird UN-Programme unterstützen, technische Leitlinien bereitstellen und bei der Umsetzung klimaintelligenter Landwirtschaftspraktiken helfen. Diese Bemühungen stehen im Einklang mit der Atoms4Food-Initiative der IAEA, die bereits 172 Länder dabei begleitet, nukleare Techniken in der Landwirtschaft bis 2026 einzuführen.
Das "Liebig-Zentrum" verbindet historisches Fachwissen mit moderner Wissenschaft, um Ernährungssicherheit und Klimawandel zu bekämpfen. Durch Isotopenforschung, Innovationen in der Schädlingsbekämpfung und internationale Zusammenarbeit strebt es praktische Lösungen für Landwirt:innen weltweit an. Die Arbeit des Zentrums leistet einen direkten Beitrag zu den UN-Zielen für nachhaltige Landwirtschaft und Klimawandelanpassung.






