24 May 2026, 06:45

Gleichstellungsbeauftragte in Deutschland kämpfen gegen wachsende Feindseligkeit und Drohungen

"Ich bin ein einsamer Krieger"

Gleichstellungsbeauftragte in Deutschland kämpfen gegen wachsende Feindseligkeit und Drohungen

Gleichstellungsbeauftragte in Deutschland sehen sich wachsender Feindseligkeit ausgesetzt

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In Deutschland nehmen antifeministische Angriffe zu, und Gleichstellungsbeauftragte werden zunehmend zur Zielscheibe. Ein neuer Bericht zeigt, dass 63 Prozent dieser Fachkräfte in den vergangenen zwei Jahren gezielte Aggressionen erlebt haben. Der Trend fällt zusammen mit einer breiteren Welle organisierten Widerstands gegen Frauen- und Queer-Rechte im Land.

Allein 2024 verzeichnete die Meldestelle Antifeminismus 558 Vorfälle – im Schnitt zehn pro Woche. Dazu zählten Vandalismus, Drohungen und politische Behinderungen. Besonders betroffen waren orangefarbene Bänke, die im Rahmen der UN-Kampagne „Orange the World“ gegen geschlechtsspezifische Gewalt aufgestellt worden waren. In Osnabrück wurde eine Bank mit Graffiti beschmiert, in Wiesbaden verschwand eine komplett. In Annweiler wurde der Aufdruck der Bank sogar so verfälscht, dass er Gewalt gegen Frauen verherrlichte.

Eine Umfrage unter Gleichstellungsbeauftragten ergab, dass 40 Prozent seit 2022 mehrfach angegriffen wurden. Fünf Prozent erhielten explizite Drohungen, darunter Todesdrohungen. Viele berichteten von mangelnder institutioneller Unterstützung – einige Verwaltungen kürzten Budgets oder sagten politische Auftritte im Zusammenhang mit Gleichstellungsarbeit ab.

Um der Feindseligkeit zu begegnen, schmieden die Beauftragten Bündnisse und setzen auf sachliche, professionelle Reaktionen. Entscheidend für ihre weitere Arbeit ist die Rückendeckung aus den eigenen Reihen. Politische Unterstützung bleibt jedoch begrenzt, sodass viele der eskalierenden Aggression schutzlos ausgeliefert sind.

Die wachsende antifeministische Bewegung stellt eine direkte Bedrohung für die Gleichstellungspolitik in Deutschland dar. Da Vorfälle mittlerweile wöchentlich auftreten, passen die Beauftragten ihre Strategien an, um Einschüchterungsversuchen standzuhalten. Die anhaltenden Angriffe unterstreichen jedoch den dringenden Bedarf an stärkeren institutionellen und politischen Schutzmaßnahmen.

Quelle