11 May 2026, 10:43

Grüne in Rheinland-Pfalz wählen erstmals rein weibliche Doppelspitze

Zwei Frauen sprechen auf einem Podium mit einem Bildschirm und Blumen bei einer Grünen-Veranstaltung.

Grüne in Rheinland-Pfalz wählen erstmals rein weibliche Doppelspitze

Die Grünen in Rheinland-Pfalz haben erstmals ein rein weibliches Führungsteam gewählt. Carolin Cloos und Christin Sauer wurden auf dem jüngsten Parteitag zu gleichberechtigten Vorsitzenden gewählt. Ihre Wahl folgt auf den Austritt der Grünen aus der Landesregierung nach 15 Jahren.

Carolin Cloos sicherte sich ihre Position mit 72,28 Prozent der Stimmen. Christin Sauer erreichte bereits im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit – ein Zeichen für ihre starke Verankerung in der Partei. Beide werden die Grünen nun in ihrer neuen Rolle als Oppositionspartei führen, nachdem die Partei bei der Landtagswahl im März nur 7,9 Prozent der Stimmen erhielt.

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Die neuen Co-Vorsitzenden bringen Erfahrung aus der Kommunalpolitik mit. Sauer sitzt seit 2019 im Mainzer Stadtrat und leitete bis Anfang 2025 den Grünen-Kreisverband Mainz. Ihr Wahlkampf stand im Zeichen des Vertrauensaufbaus in die grüne Politik, mit dem Ziel, die Partei bis 2031 zurück in die Landesregierung zu führen.

Unterdessen übernimmt Katrin Eder die Führung der Grünen-Fraktion im Landtag. Sie hat angekündigt, die Regierung trotz Oppositionsrolle vorantreiben zu wollen – auch wenn sie im Wahlkampf Kritik einstecken musste. Gegner warfen ihr vor, sich mit der Initiative „Schwarmkraftwerk“ zu schmücken, die ursprünglich von der FDP ins Leben gerufen wurde.

Der Führungswechsel markiert auch einen Einschnitt für die beiden bisherigen Landesvorsitzenden: Paul Bunjes und Natalie Cramme-Hill haben ihre Ämter niedergelegt, um als Abgeordnete in den Mainzer Landtag einzuziehen.

Erstmals wird die Landesgeschäftsführung der Grünen damit vollständig von Frauen besetzt. Mit Cloos und Sauer an der Spitze will die Partei nach dem Wahldebakel wieder an Einfluss gewinnen. Im Fokus stehen der Wiederaufbau der Basis und die Vorbereitung auf eine künftige Regierungsbeteiligung.

Quelle