17 March 2026, 10:31

Grünstrom-Speicher werden lukrativer – doch Netz und Bürokratie bremsen aus

Luftaufnahme eines Solarparks mit Panelen, umgeben von Bäumen, Gras, Wasser und einer nahen Bahntrasse.

Grünstrom-Speicher werden lukrativer – doch Netz und Bürokratie bremsen aus

Grünstrom-Speichersysteme könnten bald deutlich lukrativer für Unternehmen und Energieerzeuger werden. Eine neue Handelsstrategie verspricht Erträge von fast 100.000 Euro pro Megawatt installierter Leistung – jährlich. Doch bleiben Herausforderungen bei Netzkapazitäten und regulatorischen Vorgaben, während Betreiber Kosten und Einschränkungen abwägen müssen.

Das Unternehmen Energy2Markets hat kürzlich einen Handelsansatz für Grünstromspeicher auf dem Intraday-Markt vorgestellt. Die Ergebnisse deuten auf ein beträchtliches wirtschaftliches Potenzial hin: Die Renditen könnten sich pro Megawatt jährlich auf einen sechsstelligen Betrag belaufen. Das würde großflächige Speicherlösungen attraktiver machen – besonders, da die Investitionskosten für gleichstromgekuppelte (DC) Systeme weiterhin unter denen von wechselstromgekuppelten (AC) Alternativen liegen.

Die Nachrüstung von Speichern in bestehenden Photovoltaik-Anlagen ist technisch unkompliziert, erfordert jedoch behördliche Genehmigungen. Allerdings kann die Verschiebung der Solareinspeisung in Zeiten mit Spitzenwindstrom zu regionalen Netzengpässen führen. Kunden, die davon betroffen sind, müssen sich entscheiden: Entweder sie akzeptieren vorübergehende Einschränkungen oder verschieben ihre Projekte bis zum Ausbau der Netzinfrastruktur.

Trotz der wirtschaftlichen Perspektiven sind großskalige Grünstromspeicher in Mittel- und Hochspannungsnetzen bisher kaum umgesetzt worden. Bedenken hinsichtlich der Rentabilität und der Netzverträglichkeit haben die Verbreitung gebremst. Gleichstromgekuppelte Systeme bieten hier einen Vorteil: Sie bleiben innerhalb der genehmigten Anschlussgrenzen und behalten die Förderfähigkeit.

Der deutsche Verteilnetzbetreiber Edis hat bisher noch keine spezifischen technischen oder regulatorischen Vorgaben für reine Solarspeichersysteme definiert. Dazu zählen auch Anforderungen zum Nachweis der Trennung zwischen Einspeisung und Eigenverbrauch. Ohne klare Richtlinien müssen Betreiber weiterhin mit Unsicherheiten umgehen, während sie eine netzneutrale Betriebsweise anstreben.

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Die Kombination aus sinkenden Kosten und hohen Handelsertragschancen könnte Grünstromspeicher in den nächsten Jahren stärker verbreiten. Doch Netzengpässe und fehlende regulatorische Details könnten den Fortschritt bei manchen Projekten verzögern. Die Betreiber stehen vor der Aufgabe, finanzielle Chancen mit praktischen Rahmenbedingungen in Einklang zu bringen.

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