Hessen verliert jede achte Apotheke – und die Folgen sind dramatisch
Ottilie KreinHessen verliert jede achte Apotheke – und die Folgen sind dramatisch
Apothekensterben in Hessen: Zahl der öffentlichen Apotheken sinkt drastisch
In Hessen ist die Zahl der öffentlichen Apotheken im letzten Jahrzehnt stark zurückgegangen. Aktuelle Zahlen zeigen einen Rückgang um 12 Prozent – 183 Standorte weniger als noch 2014. Experten warnen, dass sich der Trend fortsetzt und manche Regionen mittlerweile ganz ohne Apotheke dastehen.
Am 1. Januar 2014 gab es in Hessen noch 1.514 öffentliche Apotheken. Zehn Jahre später, zum 1. Januar 2024, waren es nur noch 1.331. Die Schließungen zwingen Bewohner in einigen Gemeinden, weitere Wege für lebensnotwendige Medikamente in Kauf zu nehmen.
Holger Seyfarth, Vorsitzender des Hessischen Apothekerverbands (HAV), weist auf die weitreichenden Folgen hin. Jede Schließung bedeute Arbeitsplatzverluste und schwäche die lokale Wirtschaft, da Apotheken eine zentrale Rolle für die Versorgung in kleineren Städten spielten. Zudem gingen mit dem Rückgang auch Möglichkeiten für individuelle pharmazeutische Beratung verloren.
Für Patienten bedeutet der Schwund längere Wartezeiten bei dringenden Behandlungen. Durch die geringere Anzahl an Apotheken haben sich die Lieferketten für Medikamente verlangsamt, was zu Versorgungslücken führt.
Der kontinuierliche Rückgang der Apotheken in Hessen zeigt keine Anzeichen einer Besserung. Längere Anfahrtswege für Medikamente und geschwächte regionale Wirtschaftskraft sind für viele Bürger längst Realität. Gleichzeitig verschlechtert sich in betroffenen Gebieten der Zugang zu zeitnahen Gesundheitsleistungen.






