06 May 2026, 02:45

Hessens neuer Kunstwettbewerb bringt Familiengeschichten von Vertreibung ans Licht

Eine Sammlung von verschiedenen Illustrationen und begleitendem Text auf den Seiten eines alten Buches.

Hessens neuer Kunstwettbewerb bringt Familiengeschichten von Vertreibung ans Licht

Neuer Kunstwettbewerb in Hessen: Junge Menschen erkunden Familiengeschichten von Vertreibung und Neuanfang

Ein neuer Kunstwettbewerb in Hessen animiert Kinder und Jugendliche dazu, sich kreativ mit der Vertreibungs- und Siedlungsgeschichte ihrer Familien auseinanderzusetzen. Initiiert wurde der Wettbewerb von Andreas Hofmeister, Mitglied des Hessischen Landtags. Die Teilnehmer sind aufgerufen, sich künstlerisch mit den Heimat-Erfahrungen ihrer Großeltern oder Urgroßeltern zu beschäftigen. Der Startschuss fällt passend zum 85. Jahrestag des sowjetischen „Umsiedlungsbeschlusses“ von 1941, durch den Hunderttausende Deutschstämmige aus ihren angestammten Siedlungsgebieten vertrieben wurden.

Unter dem Motto „Heimat durch junge Augen: Erinnern. Erzählen. Gestalten.“ beginnt der Wettbewerb am 4. Mai 2026; Einsendungen sind bis zum 30. Juni 2026 möglich. Die jungen Künstler sollen sich mit den kulturellen und historischen Wurzeln ihrer Vorfahren befassen – viele Hessinnen und Hessen haben heute noch persönliche oder familiäre Bezüge zu diesen Zwangsmigrationen. Fast ein Drittel der heutigen Bevölkerung Hessens ist direkt oder indirekt von solchen Vertreibungsschicksalen betroffen.

Eine unabhängige Jury, der unter anderem Hessens Innenminister Prof. Dr. Roman Poseck und Staatssekretär Martin Rößler angehören, wird die eingereichten Werke bewerten. Prämiert werden Teilnehmer in drei Altersgruppen: Grundschule, weiterführende Schule (Sekundarstufe I) und Oberstufe. Die Preisträger erhalten Urkunden, eine Einladung zur feierlichen Preisverleihung nach Wiesbaden sowie ein kleines Geschenk. In jeder Kategorie werden erste, zweite und dritte Plätze vergeben.

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Der Wettbewerb steht in historischem Kontext: Vor 85 Jahren, am 28. August 1941, erließ die Sowjetunion den „Umsiedlungsbeschluss“, der die zwangsweise Aussiedlung von Deutschstämmigen einleitete – Menschen, die teilweise seit über zwei Jahrhunderten in Zaristischer Russland und der UdSSR gelebt hatten. Ziel des Wettbewerbs ist es, diese Geschichten durch die kreative Auseinandersetzung der jungen Generation lebendig zu halten.

Die Sieger werden im Rahmen einer offiziellen Veranstaltung in Wiesbaden geehrt. Ihre Kunstwerke sollen die nachhaltigen Folgen von Vertreibung für hessische Familien sichtbar machen. Einsendeschluss ist der 30. Juni 2026; die Bewertung der Beiträge erfolgt im Anschluss.

Quelle