Industrieaufträge steigen überraschend um 5,0 Prozent – doch Nahost-Krise droht als Risikofaktor
Klaus TrommlerIndustrieaufträge steigen überraschend um 5,0 Prozent – doch Nahost-Krise droht als Risikofaktor
Deutschlands Industrie verzeichnete im März 2024 einen deutlichen Auftragsanstieg. Die Bestellungen im verarbeitenden Gewerbe stiegen im Vergleich zum Februar um 5,0 Prozent – ein Wert, der die Erwartungen von Analysten deutlich übertraf. Doch die wachsenden Spannungen im Nahen Osten trüben die positive Entwicklung.
Der Nachfragezuwachs fiel stärker aus als prognostiziert. Experten hatten ein monatliches Plus von 1,7 Prozent vorhergesagt, doch das tatsächliche Wachstum lag bei 5,0 Prozent. Selbst ohne Großaufträge stieg die Orderzahl um 5,1 Prozent – der höchste Stand seit Februar 2023.
Besonders stark legte die Nachfrage nach Elektroausrüstungen zu, wobei die Auslandsbestellungen um 5,6 Prozent kletterten. Länder der Eurozone trugen stärker zu diesem Anstieg bei als Märkte außerhalb des Währungsraums. Auch die Inlandsaufträge verbesserten sich und stiegen um 4,0 Prozent.
Im Jahresvergleich lagen die Industrieaufträge im März 2024 um 6,3 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Allerdings hat der eskalierende Konflikt im Iran zu einem Preisschock bei Energie geführt. Ökonomen warnen, dass sich die vollen Auswirkungen auf die deutsche Industrie noch nicht in den Daten widerspiegeln.
Zwar zeigen die März-Zahlen eine kräftige Erholung der deutschen Industrieproduktion, doch die Unternehmen bleiben vorsichtig. Der anhaltende Nahost-Konflikt sorgt für Unsicherheit, und steigende Energiekosten könnten in den kommenden Monaten die Produktion belasten. Die gesamten wirtschaftlichen Folgen der Krise könnten sich erst mit Verzögerung zeigen.






