Innovationspolitik in der Krise: EFI-Bericht entlarvt Deutschlands strategische Schwächen
Klaus TrommlerInnovationspolitik in der Krise: EFI-Bericht entlarvt Deutschlands strategische Schwächen
Deutschlands Innovationspolitik steht nach Veröffentlichung des Jahresgutachtens 2026 der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) in der scharfen Kritik. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte Innovationen zur Chefsache erklärt – doch der Bericht offenbart anhaltende strategische und finanzielle Defizite.
Die EFI übergab ihre Ergebnisse direkt an Kanzler Merz und skizzierte dringend notwendige Reformen, um den Forschungs- und Innovationsstandort Deutschland zu stärken. Ayse Asar, Sprecherin für Forschungs-, Technologie- und Raumfahrtpolitik, betonte, dass eine starke Innovationskraft entscheidend sei für Wohlstand, Sicherheit und Souveränität – sowohl in Deutschland als auch in ganz Europa.
Trotz Rekordverschuldung von 870 Milliarden Euro bleibt Deutschland weit hinter dem Ziel zurück, 3,5 Prozent des BIP in Forschung und Entwicklung zu investieren. Die Sparmaßnahmen im Haushalt 2027 machen dieses Vorhaben noch unrealistischer und lassen zentrale Versprechen unerfüllt. Besonders kleine und mittlere Unternehmen (KMU) kämpfen mit übermäßiger Bürokratie und schwachen Wissenstransfer-Strukturen, die ihre Innovationsfähigkeit hemmen.
Interne Streitigkeiten zwischen den Ministerien und fehlende Planung führen zudem zu Verzögerungen. Gelder für die Hightech-Strategie wurden wegen ungelöster Konflikte und unklarer Konzepte eingefroren. Zudem verlagert die Bundesregierung Verantwortung für zukunftsentscheidende Themen auf die Länder – was nationale Lösungen blockiert und Deutschlands Führungsrolle in Europa schwächt.
Der EFI-Bericht enthält einen detaillierten Maßnahmenkatalog und fordert von der Regierung ein schnelleres, verlässlicheres Vorgehen in der Innovationspolitik – auf nationaler wie auf EU-Ebene. Die Empfehlungen zeigen einen klaren Weg auf, doch die Umsetzung bleibt ungewiss. Ohne rasche Kurskorrektur droht Deutschland, im internationalen Wettbewerb bei Forschungsinvestitionen und technologischem Fortschritt weiter abzuhängen.
Die Regierung steht nun unter Druck, bürokratische Hürden abzubauen, Finanzierungslücken zu schließen und die Koordination zu verbessern – um die Innovationsagenda wiederzubeleben.






