11 March 2026, 18:33

Jäger in Twistetal erschießt Fuchs und Waschbär in geschütztem Brutgebiet – Anklage droht

Ein Schwarz-Wei├č-Foto eines Waschb├Ąren im Wald bei Nacht, umgeben von Pflanzen und B├Ąumen, mit Text und Zahlen unten, die darauf hinweisen, dass es ein Rehj├Ąger-Kamera-Bild ist.

Jäger in Twistetal erschießt Fuchs und Waschbär in geschütztem Brutgebiet – Anklage droht

Ein Jäger aus Twistetal steht nach dem mutmaßlichen Töten eines Fuchses und eines Waschbären in einem geschützten Brutgebiet nun unter Strafanklage. Der Vorfall, der von einem Fotografen beobachtet wurde, hat bei Tierschutzorganisationen Empörung ausgelöst. Der Tierschutzverein Wildlife Protection Germany und die Organisation PETA haben inzwischen rechtliche Schritte gegen den Mann eingeleitet.

Am Morgen des 24. April beobachtete der Hobbyfotograf Martin F. gegen 9:30 Uhr, wie der Jäger einen Fuchsrüden erschoss. Das Tier wurde während der Brutzeit getötet, wodurch die Jungtiere nun Gefahr laufen, zu verhungern. Berichten zufolge wurde der Kadaver des Fuchses später in der Nähe seines Baus entsorgt.

Nur fünfzehn Minuten nach dem ersten Schuss soll derselbe Jäger laut Aussage des Fotografen dreimal mit einer Pistole auf einen Waschbären gefeuert haben, der sich in einer ausgehöhlten Baumwurzel versteckt hielt. Die Zeugenaussage des Fotografen sowie seine Fotos dienen inzwischen als zentrale Beweismittel in dem Fall.

Tierschutzorganisationen werfen dem Jäger vor, durch sein Verhalten auch das Leben des Fotografen gefährdet zu haben. Sie argumentieren, dass solche Vorfälle oft ungemeldet blieben – bedingt durch lasche Kontrollen, mangelnde Beweislage und eine voreingenommene Rechtsprechung.

Laut den offiziellen Statistiken des Bundeskriminalamts (BKA) sind tödliche Schussvorfälle durch Laien, etwa Jagdunfälle oder private Waffenpannen, in Deutschland selten. Im Jahr 2023 wurden zwei Todesfälle registriert, 2024 bisher nur einer. Experten, darunter Kriminologen der Universität Hamburg und des Deutschen Schützenbunds, führen dies auf strenge Waffengesetze, gründliche polizeiliche Ermittlungen und harte Strafen bei Verstößen zurück.

Die Staatsanwaltschaft Marburg prüft nun die gegen den Jäger erhobenen Vorwürfe. Bei einer Verurteilung drohen ihm rechtliche Konsequenzen nach dem Artenschutzrecht. Der Fall wirft erneut Fragen nach der Jagdpraxis während der Brutzeit auf und unterstreicht die Forderung nach strengeren Kontrollen.

Quelle