Kassel startet Millionenprojekt gegen Dürre und sichert Trinkwasser für die Zukunft
Klaus TrommlerKassel startet Millionenprojekt gegen Dürre und sichert Trinkwasser für die Zukunft
Kassel kämpft mit erneuter Dürre – Millionenprojekt soll Trinkwasserversorgung sichern
Die nordhessische Stadt Kassel steht angesichts des Klimawandels vor wachsenden Herausforderungen bei der Wasserversorgung. Um die Trinkwasserreserven langfristig abzusichern, hat die Stadt nun ein 2,6-Millionen-Euro-Projekt gestartet. Unter dem Namen Flexilience soll das Vorhaben die Wasserbewirtschaftung flexibler und nachhaltiger gestalten.
Das Flexilience-Projekt startete im März 2025 mit Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Sein zentrales Ziel: die Trinkwasserversorgung Kassels widerstandsfähiger gegen Extremwetterlagen zu machen. Bisher bezieht die Stadt ihr Wasser aus zwei Quellgebieten, Tiefbrunnen und Grundwasseranreicherung – doch diese Ressourcen geraten durch anhaltende Dürreperioden zunehmend unter Druck.
Ein zentraler Innovationsschritt ist der Bau einer Ultrafiltrationsanlage, die trübes Quellwasser aus dem Habichtswald reinigen soll. Zudem erforschen Wissenschaftler, ob das Rückspülwasser der Filter für die Wasserstoffproduktion genutzt werden kann. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Nutzung von Pumpspeicher-Systemen als eine Art "Energiespeicher", um sowohl die Wasserausbeute als auch die Effizienz zu steigern.
Kassel ist mit diesem Vorhaben nicht allein: Baden-Württemberg hat einen langfristigen Wasserplan für 11,1 Millionen Menschen bis 2050 aufgelegt. Potsdam stabilisiert seinen Wasserhaushalt durch ein Landschaftsprojekt am Telegrafenberg, das 2025 abgeschlossen werden soll. Auch die Rhein-Main-Region hat integrierte Leitlinien für das Wassermanagement eingeführt. Zahlreiche weitere deutsche Kommunen setzen mit Bundesförderung ähnliche Projekte um.
Das Kasseler Projekt läuft über mehrere Jahre, wobei die Ergebnisse die Wassersicherheit in der Stadt und im benachbarten Vellmar verbessern sollen. Gelingt das Vorhaben, könnte die Kombination aus Filtration, Wasserstoffgewinnung und Energiespeicherung als Modell für andere dürregeplagte Regionen dienen. Die Investition von 2,6 Millionen Euro unterstreicht die wachsenden Bemühungen, die Infrastruktur an die Folgen des Klimawandels anzupassen.






