Kfz-Nachverkaufsbranche kämpft um Überleben: Werkstätten vor dem Kollaps
Leonhard PreißKfz-Nachverkaufsbranche kämpft um Überleben: Werkstätten vor dem Kollaps
Die Kfz-Nachverkaufsbranche steckt in einer sich verschärfenden Krise: Die Nachfrage nach Verschleißteilen bricht dramatisch ein. Traditionelle Werkstattleistungen könnten sich halbieren – und zwingen Händler damit, ihre Geschäftsmodelle grundlegend zu überdenken. Burkhard Weller, Präsident des VAD (Verband der Automobilindustrie Deutschland), hat diese Herausforderungen im aktuellen AUTOHAUS-Podcast thematisiert.
Weller warnte, dass sinkende Reparaturbedarfe die Werkstatteinnahmen um die Hälfte schmälern dürften. Dieser Rückgang bedroht nicht nur die Zahl der Standorte, sondern auch die Existenz unabhängiger Betreiber – Schätzungen zufolge könnten am Ende weniger als 3.000 selbstständige Werkstätten übrig bleiben. Die Händler müssten nun gegensteuern: durch die Rückgewinnung von Serviceleistungen, schlankere Prozesse und eine Überarbeitung der Preispolitik, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Bei den Fördergeldern für Elektroautos (E-Autos) forderte Weller klarere Regelungen. Er plädierte für eine zügigere Umsetzung, eine rückwirkende Förderung ab dem 1. Januar sowie die Einbeziehung junger Gebrauchtwagen. Zudem betonte er, dass der Antragsprozess für Zuschüsse vereinfacht und nahtlos in den Verkaufsablauf integriert werden müsse – ohne zusätzlichen Bürokratieaufwand.
Der VAD arbeitet daran, den Autohäusern mehr politisches Gehör zu verschaffen. Erste Gespräche in Berlin hätten gezeigt, dass Politiker reagieren, wenn Unternehmer direkt das Wort ergreifen, so Weller. Dieser Dialog sei entscheidend, um die künftige Branchenpolitik mitzugestalten.
Die Nachverkaufsbranche steht unter enormem Anpassungsdruck, um den Nachfrageeinbruch zu überstehen. Die Händler müssen ihre Abläufe modernisieren und faire Förderbedingungen durchsetzen. Ohne Kurskorrektur droht vielen unabhängigen Betrieben in dem sich wandelnden Automarkt das Aus.






