KNDS plant Übernahme von Mercedes- und VW-Werken für Militärfahrzeuge
Ottilie KreinKNDS plant Übernahme von Mercedes- und VW-Werken für Militärfahrzeuge
Der deutsch-französische Hersteller von gepanzerten Fahrzeugen KNDS verhandelt über die Übernahme zweier großer deutscher Werke. Das Unternehmen prüft Geschäfte mit dem Mercedes-Benz-Standort in Ludwigsfelde sowie dem Volkswagen-Werk in Osnabrück. Beide Vorhaben zielen darauf ab, die Produktion von Militärfahrzeugen angesichts steigender Nachfrage auszubauen.
KNDS betreibt bereits ein Werk in Görlitz, das zuvor dem Konzern Alstom gehörte. Nun führt das Unternehmen Gespräche mit Mercedes über das Ludwigsfelder Werk, in dem derzeit Fahrgestelle für den Sprinter-Transporter gefertigt werden. Die Produktion dieser Modelle soll bis etwa 2030 nach Polen verlagert werden, wodurch die Zukunft des Standorts ungewiss ist.
Eine der erwogenen Lösungen sieht eine Übergangsregelung vor: KNDS könnte Teile des Ludwigsfelder Werks anmieten, um dort parallel zur Mercedes-Produktion Militärfahrzeuge herzustellen. Zudem wird über eine vollständige Übernahme des Werks inklusive Belegschaft verhandelt, allerdings steht noch keine endgültige Entscheidung fest.
Gleichzeitig prüft KNDS den Kauf des Volkswagen-Werks in Osnabrück. Der Autokonzern sucht nach neuen Nutzungsmöglichkeiten für den Standort, nachdem die aktuelle Produktion 2027 endet. Volkswagen bestätigte Gespräche mit mehreren Unternehmen, darunter KNDS, um „tragfähige Perspektiven“ für das Werk zu entwickeln.
Die Expansion fällt in eine Phase, in der die Bundeswehr bis zu 3.000 gepanzerte Radfahrzeuge vom Typ Boxer bestellen will – ein Modell, das von KNDS produziert wird. Um die wachsende Nachfrage zu bedienen, plant das Unternehmen, eine Milliarde Euro in den Ausbau der Produktionskapazitäten für Panzer und andere Militärfahrzeuge zu investieren.
Sollten die Deals zustande kommen, würde KNDS zwei strategisch wichtige Produktionsstandorte in Deutschland gewinnen. Die Werke in Ludwigsfelde und Osnabrück könnten zu zentralen Standorten für die Herstellung gepanzerter Fahrzeuge für den inländischen und internationalen Markt werden. Der Ausgang hängt jedoch von den laufenden Verhandlungen und den finalen Investitionsentscheidungen ab.






