Lübecks Großprojekte: Wie Kreisverkehr und Holstenstraße die Stadt verändern
Betty BruderLübecks Großprojekte: Wie Kreisverkehr und Holstenstraße die Stadt verändern
Weltkulturerbe- und Gestaltungsbeirat Lübeck tagte zu zwei Großprojekten
Vom 12. bis 13. März 2026 kam Lübecks Weltkulturerbe- und Gestaltungsbeirat zusammen, um zwei bedeutende Bauvorhaben zu beraten. Im Mittelpunkt standen die Neugestaltung des Mühlentor-Kreisverkehrs sowie die geplanten Entwicklungen entlang der Holstenstraße. Beide Projekte zielen darauf ab, prägende Stadtbereiche zukunftsfähig umzugestalten – im Einklang mit dem historischen Erbe und den Anforderungen der Moderne.
Die Sitzung markierte zugleich einen Wechsel in der Führung: Der Rat verabschiedete sich von Bertel Bruun, der viele Jahre den Vorsitz innehatte. Mit Professorin Ariane Röntgen, Expertin für Landschaftsarchitektur, gewann das Gremium eine neue Stimme, die frische Impulse in die Diskussionen einbrachte.
Neugestaltung des Mühlentor-Kreisverkehrs und Bebauung der Holstenstraße
Die Beratungen fanden im Foyer des Amts für Stadtplanung und Bauordnung statt. Für den Mühlentor-Kreisverkehr, dessen Umgestaltung bis April 2026 abgeschlossen sein soll, ist ein verkehrsberuhigtes Konzept mit breiteren Fußgängerzonen, neuen Grünflächen und weniger Fahrspuren vorgesehen. Radfahrende erhalten eigene Wege, während Bürgerbeteiligungen zusätzliche Sitzgelegenheiten und Veranstaltungsflächen forderten. Umweltverbände wie der NABU hatten bereits in den Konsultationen 2025 stärkeren Schutz für den bestehenden Baumbestand und klimagerechte Bepflanzung angemahnt.
Bei der Holstenstraße standen zwei Vorhaben im Fokus: Architekt Ivan Peter Chlumský präsentierte Pläne für das Grundstück Nummer 21, das eine Kriegslücke schließen soll. Sein Entwurf verbindet Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss mit Wohnungen in den Obergeschossen. Parallel stellte ein Konsortium aus der Riemann Gesellschaft von Architekten und Hubschmitz Architekten ein separates Konzept für die Häuser 25–33 vor. Beide Entwürfe streben eine harmonische Verbindung von moderner Nutzung und historischem Straßenbild an.
Breite Wirkung und nächste Schritte
Der Beirat betonte die übergeordnete Bedeutung des Mühlentor-Kreisverkehrs für Stadtplanung, Freiraumgestaltung und historische Kontinuität. Die Einbindung der Öffentlichkeit bleibt zentral – die nächste Beratungssitzung ist für den 11. und 12. Juni 2026 angesetzt.
Die März-Sitzung gab klare Richtungen für Lübecks städtische Entwicklung vor: Die Umgestaltung des Mühlentor-Kreisverkehrs setzt auf Fußgängerfreundlichkeit, Radverkehr und grüne Infrastruktur, während die Holstenstraße-Projekte Kriegsverluste durch gemischte Nutzungen ausgleichen sollen. Weitere Bürgerbeteiligung und Fachgutachten werden die Pläne bis zur Junisitzung finalisieren.






