Mabuse Verlag setzt auf Kinderbücher und verdient 40 Prozent damit
Der Frankfurter Verlag Mabuse Verlag hat sein Programm erweitert und veröffentlicht nun neben seinen langjährigen Schwerpunkten Gesundheit, Politik und medizinische Ratgeber auch Kinderbücher. Was einst ein Nischensegment im Katalog war, erwirtschaftet heute 40 Prozent des Unternehmensumsatzes. Den Anstoß gab ein unerwarteter Erfolg: Sonnentraurige Tage von Shirin Homeier.
Traditionell ist Mabuse Verlag auf Sachbücher spezialisiert, mit Themen wie Pflege, Demenz, Schwangerschaft und Medizingeschichte. Der 450 Titel umfassende Katalog spiegelt diese Ausrichtung wider, doch die Sparte Kinderbücher ist mittlerweile auf rund 60 Titel angewachsen.
Der Durchbruch gelang mit Sonnentraurige Tage, einem Buch, das zunächst auf Skepsis beim Verlag stieß. Trotz anfänglicher Bedenken verkaufte es sich etwa 25.000 Mal und ebnete den Weg für eine eigene Kinderbuchreihe. Diese Bücher behandeln schwierige Themen wie ADHS, Demenz, Diabetes, Krebs und Epilepsie – indem sie Geschichten mit sachlichen Erklärungen verbinden.
Aktuell ist Ist das okay so? der Bestseller der Reihe, ein Ratgeber für Kinder zum Schutz vor sexualisierter Gewalt. Wie Sonnentraurige Tage erreichte auch dieses Buch eine Auflage von rund 25.000 Exemplaren. Der Ansatz, Fiktion mit verständlichen, altersgerechten Informationen zu kombinieren, kommt bei den Lesern gut an und treibt die Verkäufe voran.
Obwohl die Kinderbücher nur einen kleinen Teil des Gesamtprogramms ausmachen, ist ihr wirtschaftlicher Einfluss beträchtlich. Der Verlag betrachtet sie mittlerweile als zentralen Bestandteil des Geschäfts, neben den etablierten Gesundheits- und Ratgebertiteln.
Der Erfolg der Mabuse-Kinderbücher zeigt eine wachsende Nachfrage nach Literatur, die komplexe Themen verständlich aufbereitet. Mit Titeln wie Ist das okay so? und Sonnentraurige Tage an der Spitze der Verkaufszahlen hat sich die Investition in diesen Bereich ausgezahlt. Die zwar kleine, aber umsatzstarke Kinderbuchsparte trägt heute fast die Hälfte zum Gesamtumsatz des Verlages bei.






