Merz würdigt BKA zum 75. Jubiläum – und fordert mehr Befugnisse gegen Cyberkriminalität
Betty BruderMerz würdigt BKA zum 75. Jubiläum – und fordert mehr Befugnisse gegen Cyberkriminalität
Bundeskanzler Friedrich Merz nahm in Berlin an einer Feierstunde zum 75. Gründungsjubiläum des Bundeskriminalamts (BKA) teil. Die Veranstaltung würdigte die lange Geschichte der Behörde und ihre wachsende Bedeutung bei der Bekämpfung moderner Bedrohungen. Eröffnet wurde die Zeremonie mit Livemusik – das Orchester der Bundespolizei Hannover spielte das Top-Gun-Thema.
Das 1951 gegründete BKA entwickelte sich von einer Einheit für den innerdeutschen Grenzschutz zu einer zentralen Bundespolizeibehörde mit starken internationalen Verbindungen. Heute arbeitet es mit Europol, Frontex und Interpol zusammen, doch Details zu den strukturellen Veränderungen über die Jahrzehnte bleiben unklar.
In seiner Rede lobte Merz die Arbeit des BKA in den Bereichen Cyberkriminalität, Terrorismusbekämpfung und Ermittlungen gegen organisierte Kriminalität. Er betonte dessen Beitrag dazu, dass Deutschland zu den sichersten Ländern der Welt zählt – trotz wachsender öffentlicher Sorgen. Der Kanzler verwies darauf, dass die Gewaltkriminalität, darunter Messerangriffe und politisch motivierte Straftaten, Rekordwerte erreicht habe. Gleichzeitig hätten Cyberkriminalität und Desinformationskampagnen seit Beginn des Ukraine-Kriegs die Bevölkerung zusätzlich verunsichert.
Merz forderte zudem erweiterte Befugnisse für das BKA, darunter die verpflichtende Vorratsdatenspeicherung von IP-Adressen zur Bekämpfung von Internetkriminalität. Zu den jüngsten US-Angriffen auf den Iran äußerte er, dass er keine erhöhte Terrorgefahr für Deutschland sehe. Nach der Feier reiste der Kanzler zu einem offiziellen Besuch nach Norwegen weiter.
Das 75-jährige Bestehen des BKA fällt in eine Zeit gestiegener Sicherheitsherausforderungen – von Gewaltkriminalität bis hin zu digitalen Bedrohungen. Merz' Äußerungen unterstrichen die wachsende Verantwortung der Behörde und den politischen Willen, mit schärferen rechtlichen Instrumenten auf die sich wandelnden Risiken zu reagieren.