19 April 2026, 16:32

Natalie Pawlik: Vom Spätaussiedler-Mädchen zur Regierungsbeauftragten für Integration

Schwarzes und weißes Plakat mit schwarzem Rand und weißem Hintergrund, Text auf Russisch lautet "Малада обера-баметь первый акть, музыка и кольция, 1872".

Natalie Pawlik: Vom Spätaussiedler-Mädchen zur Regierungsbeauftragten für Integration

Natalie Pawlik übernahm im April dieses Jahres das Amt der Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten. Sie folgte auf Bernd Fabritius und bringt eigene Erfahrungen als Spätaussiedlerin aus Russland mit. Ihre Arbeit konzentriert sich nun darauf, die Integration zu fördern und die Geschichten jener zu bewahren, die – wie sie selbst – aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland gekommen sind.

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Pawlik ist zudem direkt gewählte Bundestagsabgeordnete für die Wetterau in Hessen. Neben ihren politischen Pflichten ist sie Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales, wo sie sich für bessere Chancen und Vernetzung von Aussiedlergemeinschaften einsetzt.

Als junges Mädchen kam Pawlik mit ihrer Familie nach Deutschland und erlebte dabei dieselben Herausforderungen, mit denen viele Spätaussiedler konfrontiert sind. Sprachbarrieren und Vorurteile gegenüber Russlanddeutschen erschwerten zunächst die Integration. Doch sie beschreibt sich selbst als entschlossen, engagiert und einfühlsam – Eigenschaften, die ihr halfen, die ersten Hürden zu überwinden.

Mitte September reiste sie als Vertreterin der Bundesregierung nach Bischkek zum zwölften Kongress der Deutsch-Kirgisischen Gemeinschaft. Der Besuch unterstrich ihr Engagement für die Stärkung der Beziehungen zwischen Deutschland und den Nachfolgestaaten der Sowjetunion, insbesondere durch Jugendaustausch und kulturellen Dialog.

In ihrer Funktion als Beauftragte setzt sich Pawlik für Jugendinitiativen ein und möchte die Erfahrungen älterer Aussiedler dokumentieren. Erfolgreiche Integration, so ihre Überzeugung, hängt davon ab, Eigeninitiative zu zeigen, Netzwerke aufzubauen und Isolation zu vermeiden. Ihre zweisprachige Erziehung prägte zudem ihre Haltung, dass Mehrsprachigkeit eine Bereicherung und kein Hindernis ist.

Ihre politische Laufbahn spiegelt diesen Antrieb wider. Als Bundestagsabgeordnete nutzt sie nun ihre Position, um eine stärkere Anerkennung der Leistungen von Aussiedlern zu erreichen. Das Amt ermöglicht es ihr, persönliche Geschichte mit Politik zu verbinden und dafür zu sorgen, dass die Erzählungen der Zugewanderten Teil des gesellschaftlichen Gedächtnisses Deutschlands bleiben.

Pawliks Ernennung bringt direkte Erfahrung in ihre neue Rolle ein. Ihr Fokus auf Jugend, Dialog und die Bewahrung der Aussiedlergeschichten zielt darauf ab, Brücken zwischen den Gemeinschaften zu schlagen. Gleichzeitig festigt die Arbeit die Verbindungen Deutschlands zu Ländern, die einst zur Sowjetunion gehörten – vor allem durch kulturellen und bildungspolitischen Austausch.

Quelle