24 May 2026, 20:38

Niedersachsen setzt auf Erdwärme: Neue Karten zeigen ungenutztes Tiefengeothermie-Potenzial

Diese Regionen eignen sich gut für geothermische Projekte

Niedersachsen setzt auf Erdwärme: Neue Karten zeigen ungenutztes Tiefengeothermie-Potenzial

Neue Kartenserie soll geothermisches Potenzial in Niedersachsen erschließen

Der Niedersächsische Geothermiedienst (NGD) beim Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hat eine neue Kartenserie veröffentlicht, die Gemeinden, Planern und Unternehmen bei der Standortsuche für Tiefengeothermie-Projekte helfen soll. Die interaktiven Karten zielen darauf ab, das bisher ungenutzte Potenzial der Erdwärme in der Region zu erschließen.

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Im Fokus stehen Gesteinsschichten aus der Keuper-Ära, genauer der Exter-Formation, die über 200 Millionen Jahre alt sind. Diese Schichten liegen in Tiefen von bis zu 2.600 Metern und erreichen Temperaturen von über 100 Grad Celsius. Für die Erstellung der Serie werteten Expert:innen Daten aus mehr als 1.100 Tiefenbohrungen aus.

Besonders vielversprechend sind die sandsteinhaltigen Formationen, die aufgrund ihrer Wasserdurchlässigkeit ideal für die geothermische Nutzung sind. Über Bohrungen wird das heiße Thermalwasser erschlossen und mithilfe von Wärmetauschern für Fernwärme oder industrielle Prozesse genutzt. Die meisten Tiefengeothermie-Anlagen in Deutschland reichen derzeit in Tiefen zwischen 2.000 und 3.500 Metern.

Das Interesse an Tiefengeothermie wächst bei Kommunen, Energieversorgern und industriellen Großverbrauchern rasant. Trotz des großen Potenzials in Norddeutschland hemmen hohe Bohrkosten und Explorationsrisiken bisher die Entwicklung. Die neuen Karten stehen nun online zur Verfügung, um Planungsunsicherheiten für Investoren zu verringern.

Das Tool soll den Ausbau der Geothermie als Teil der Energiewende in Niedersachsen beschleunigen. Durch die Identifizierung geeigneter Standorte könnten Hürden für neue Projekte abgebaut werden. Tiefengeothermie gilt als Schlüsseltechnologie für die zukünftige Wärme- und Stromversorgung der Region.

Quelle