07 May 2026, 10:31

NRW setzt auf OSINT: Wie die Polizei digitale Ermittlungen revolutioniert

Ein Mann im Anzug lächelt in die Kamera, mit einem Logo und Text auf der rechten Seite, der besagt, dass er Zugang zu Wissen und Werkzeugen hat, um gewalttätigen Extremismus durch das Strong Cities Network herauszufordern.

NRW setzt auf OSINT: Wie die Polizei digitale Ermittlungen revolutioniert

Nordrhein-Westfalen stärkt digitale Kompetenzen der Polizei mit großem OSINT-Ausbau

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Nordrhein-Westfalen setzt auf einen massiven Ausbau der Open-Source-Intelligence (OSINT)-Fähigkeiten seiner Polizeikräfte. Im Rahmen der Initiative werden Beamte darin geschult, kritische Informationen aus öffentlich zugänglichen Online-Quellen zu gewinnen. Dazu gehören neue Einheiten, erweiterte Teams und ein standardisiertes Ausbildungsprogramm unter der Leitung erfahrener Dozenten.

Das Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss vermittelt mittlerweile OSINT-Techniken. Marc Restemeyer, ein 37-jähriger Beamter, leitet die Schulungen für neue Mitarbeiter des Landeskriminalamts (LKA) sowie für Beamte der neu geschaffenen „Digitalen Streifen“. Sein Online-Programm, das er gemeinsam mit anderen Experten entwickelt hat, setzt auf interaktive Videos und praktische Übungen, um einheitliche Fähigkeiten in der gesamten Behörde aufzubauen.

Die OSINT-Abteilung des LKA wurde deutlich ausgebaut. War sie einst ein kleines Team aus zwei Personen, umfasst sie heute 16 Spezialisten – darunter IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler –, die unter der Leitung von Fabian Coenen arbeiten. Als Leiter der Unterabteilung 22.2 in Düsseldorf koordiniert Coenen OSINT-Ermittlungen zu politisch motivierter Kriminalität. Zudem unterstützen sechs regionale Einheiten mit Recherchen und schnellen Analysen bei Fällen mit relevanter Sicherheitlage.

Das Projekt „Digitale Streife“ startete im September 2024 und brachte zehn zusätzliche Beamte ins LKA, während fast 100 weitere in sechs Landesbehörden eingebunden wurden. Swen Schubert leitet die größte Einheit in Köln mit 18 Stellen, darunter 16 Fallbearbeiter. Zudem stattete das Land die Teams mit modernen Arbeitsplätzen aus, um die Effizienz bei Online-Ermittlungen zu steigern.

Die Expansion markiert einen Wandel im Umgang der nordrhein-westfälischen Polizei mit digitalen Bedrohungen. Beamte erhalten nun strukturierte OSINT-Schulungen, während spezialisierte Einheiten an Größe und Kompetenz gewinnen. Ziel der Maßnahmen ist es, die Fähigkeiten der Strafverfolgungsbehörden im Umgang mit Online-Risiken und sicherheitsrelevanten Herausforderungen zu stärken.

Quelle